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Lot 1 Antiphonar
Lateinisches Antiphonarblatt. Beidseitig beschriebenes Manuskript auf Pergament. Mit 2 großen Initialen und Zierranken entlang der linken Blattränder. Wohl 16. Jahrhundert. 69,5 x 52 cm. [#]
Zuschlag 240 €
Großformatiges Antiphonarblatt, Text und Noten in schöner Handschrift. – Beidseitig jeweils fünf Notenzeilen mit lateinischen Liedtexten. Notenlinien in Rot, Schrift in Schwarz und Rot. – Eine Seite mit zwei großen Initialen in Rot und Blau, umgeben von violetter und roter Grundornamentik in Form stilisierter Arabesken. – Die nach oben und unten auslaufenden Zieranken sind in Blau, Rot und Grün ausgeführt, auf einer Seite zudem mit Gold gehöht. – Ränder etwas ungleichmäßig beschnitten, mit etwa 8 cm langem, genähten Einriss im unteren, weißen Blattrand, zwei kurzen Rissen entlang der rechten Blattkante sowie zwei winzigen Löchlein in der A-Versalie, etwas wellig und angestaubt.

Lot 2 Böhmer, Justus Henning
Explanatio digestorum secundum Justi Henningii Boehmeri compendium. Kommentierende Nachschrift in vier Bänden. Lateinische Handschrift auf Papier. Ohne Ort. 1798-1799. Zusammen ca. 2000 S. 23 x 19 cm. Halbleder der Zeit (Kapitale mit Fehlstellen, Gelenke teils eingerissen, bestoßen und beschabt). [*]
Nachverkaufspreis 300 €
Wohl auf des Autors “Introductio in jus digestorum”, erstmals 1704, basierend. Das Werk wurde bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts an manchen Universitäten benutzt. Böhmer (1674-1749) verfasste grundlegende Werke zum Kirchenrecht, manchen gilt er als bedeutendster Rechtsgelehrter des 18. Jahrhunderts. – Gebräunt, teils etwas tintenfleckig, recht gut.

Lot 3 Buber, Martin
Eigenhändiger, ganzseitiger signierter Brief an den Jakob Hegner Verlag Köln. Deutsche Handschrift auf Luftpostpapier. Jerusalem, 2.2.(19)58. 30 x 17,5 cm.
Zuschlag 240 €
Begleitbrief anlässlich der Übersendung der Korrekturen des Restes der Übertragung von “Die Schrift”, Band III, Seiten 569-768. Buber weist auf eine Satzänderung auf Seite 702 hin und auf die abweichende Seitenzahl des Bandes in seiner Zählung: er hatte die letzte, leere Schlussseite mitgezählt. Eingangsstempel des Verlags vom 10.2.1958, am linken Rand kurzer Erledigungsvermerk des Verlages vom selben Tag. – Gefaltet, etwas knitterspurig, Aktenlochung im linken Rand ohne Buchstabenverlust, gut erhalten.

Lot 4 Caruso, Enrico
Zwei ganzseitige großformatige Karikaturen in Tusche bzw. Bleistift (wohl Selbstporträts), signiert und datiert Baden-Baden 1910 und Berlin 1912. Und: Zwei eigenhändige Signaturen, eine auf originalphotographischer Porträt-Postkarte, eine über montierter originalphotographischer Porträt-Postkarte. 1907 bzw. undatiert. [#]
Zuschlag 900 €
Format der Karikaturen 20 x 15 cm und 35,5 x 27 cm. Die Karikatur von 1910 verso mit kurzen eigenhändigen Widmungen von Eleonora von Mendelssohn bzw. Francesco von Mendelssohn (von 1914) und Karl bzw. Hildegard Henschel (von 1912). Beigegeben: fünfzehn unsignierte originalphotographische Caruso-Porträts (13 x 8 cm bis 27 x 20 cm) und weitere kleine Beigaben. – Papier der Karikatur gebräunt und teils etwas verfärbt, etwas fleckig, Randläsuren, verso Spuren alter Montage, sonst ordentlich.

Lot 5
Dreiteilige handschriftliche Urkunde für Rudolf Stöger-Steiner von Steinstätten. Mit zwei Ortsansichten in Feder bzw. Tusche auf leichtem Karton. Slowenien (Tolmein bzw. Sentviska Gora), 1916. 47 x 76 cm. [#]
Zuschlag 360 €
Stöger (1861-1921) war k.u.k. Generaloberst und letzter Kriegsminister von Österreich-Ungarn. Er war hauptsächlich an der Isonzo-Front eingesetzt und achtete darauf, die Zivilbevölkerung der betroffenen Gebiete möglichst zu schonen. Wohl in diesem Zusammenhang wurde für ihn diese Dankesurkunde ausgestellt, die mit diversen offiziellen Stempeln und den Unterschriften von Honoratioren versehen ist. Die zwei Original-Zeichnungen zeigen die Orte Serehlje und Sentviska Gora. Den ausführenden Künstler konnten wir nicht identifizieren. – Teils etwas knickspurig, Randläsuren, die Zeichnungen weitgehend unverwischt, rückseitig fleckig, insgesamt gut.

Lot 6
Ehrenurkunde des Radfahrer-Vereins Insterburg 1887 für Sanitätsrat Moritz Laaser anlässlich von dessen Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Kalligraphische deutsche Handschrift auf Karton mit gouachiertem Wappen, Lorbeerkranz und Initial sowie Unterschriften der Vorstandsmitglieder. Eingehängt in Leder-Prachtmappe mit Blindprägung, zentralem Wappen und vier getriebenen, gravierten und vergoldeten Eckbeschlägen. Insterburg, 26.2.1922. 40 x 29 cm (Mappe etwas berieben, fleckig, Beschläge aufgebogen). [#]
Nachverkaufspreis 240 €
Aufwändiges Einzelstück in “dankbarer Anerkennung für sein vielseitiges Interesse um den Verein”. Weiteres zu Laaser konnten wir nicht eruieren. Beigegeben: Urkunde des Turnvereins Insterburg anlässlich der Ernennung von Laaser zum Ehrenvorsitzenden 1927. – Weiter dabei zwei nicht original zugehörige Original-Photographien von Radfahrern. Vintages. Silbergelatine. Um 1910. Kabinett. – Innenbezug angeschlissen und etwas fleckig, Urkunde leicht gewellt, etwas fleckig und gebräunt, insgesamt ordentlich.

Lot 7 Heidegger, Martin
Eigenhändiger, zweiseitiger Brief an Erasmus Schöfer. Deutsche Handschrift auf Papier. Freiburg, 29. Januar 1965. 21 x 15 cm.
Zuschlag 380 €
Langer Dankesbrief anlässlich einer Rezension Schöfers, “dank vor allem für Ihre Bemühungen, Verständnis und Nachvollzug meines Denkens zu fördern”. Schöfer hatte 1962 die Studie “Die Sprache Heideggers” vorgelegt und auch später zu diesem Thema publiziert. Heidegger äußert sich weiter kurz zur marxistischen Dialektitk, zu Reaktionen auf ihn und seine Philosophie und Weiteres. – Einmal quergefaltet, im Rand gering vergilbt, teils etwas knickspurig, sonst gut.

Lot 8 Henze, Hans Werner
Eigenhändige, vierzeilige Widmung “Al grande maestro” (das ist: Hermann Scherchen). Berlin, 1. September 1956. [*]
Nachverkaufspreis 240 €
In: König Hirsch. Oper in drei Akten. Klavierauszug. Mainz, Schott, 1956. – Der Band ist das Arbeitsexemplar von Scherchen und enthält immer wieder Marginalien und Änderungen von seiner Hand. Scherchen hatte die Aufführung der Oper im Rahmen der Berliner Festwochen dirigiert. Provenienz: Nachlass eines Bekannten von Scherchen, der nach ihm Besitzer des Hauses in der Schweiz war. Dabei: Textbuch der Oper. Mainz 1956; Originalphoto (Steckel und Scherchen in Berlin 1956 ?) und Ausdruck eines Spiegel-Artikels zur Berliner Premiere. – Band bestoßen und beschabt, etwas angeschlissen, selten etwas fleckig.

Lot 9 Hildenbrandt, Fred
Zwei eigenhändige Briefe an einen “Herrn Doktor”. Jeweils einseitig mit Tinte beschrieben, signiert und mit gedrucktem Briefkopf der Redaktion des Berliner Tageblatts sowie mit dem Stempel “Der Leiter des Feuilletons”. Berlin, 17.1. und 4.2. (1920er). [#]
Nachverkaufspreis 200 €
Alfred Hildenbrandt (1892-1963) leitete von 1922 bis 1932 das Feuilleton des Berliner Tageblatts, wo er sich als “urmoderner, an allem Tagesstoff interessierter Redakteur erwies, der in das Feuilleton alles einbezog, was gesellschaftliches Fluidum besaß: Verwaltungsskandale, Erlebnisse im Boxring und beim Sechstagerennen, Begegnungen mit Greta Garbo und Jackie Coogan …” (W. E. Süskind, NDB 9 (1972), S. 133.) – Es handelt sich offensichtlich um Begleitschreiben zu zurückgesendeten Artikeln: “Sehr geehrter Herr Doktor, diesmal muss ich Ihnen leider die Arbeit zurücksenden, weil ihr Manuskript (?) weit über den Rahmen dessen hinaus geht, was ich an Raume zur Verfügung habe. Ihr erg. Fred Hildenbrandt.” – Etwas gebräunt, mit kleineren Randläsuren und kleinen Einrissen entlang der horizontalen Faltspur.

Lot 10 Hindemith, Paul
Zweizeilige, voll signierte und datierte Widmung für den Berliner Photographen Horst Maack. Auf Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. (Berlin ?, Februar 1949). 22,5 x 17 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
Schöne Porträtaufnahme des Komponisten, vermutlich von Maack selber aufgenommen. – Minimal gewellt, kleine Schichtschäden, vertikale Knickspur, verso Spuren entfernter Montage, insgesamt noch ordentlich.

Lot 11
Kleine Sammlung von vier teils mehrzeiligen Künstler-Autographen auf Original-Photographien des Berliner Photographen Horst Maack. Vintages. Silbergelatine. Montiert. (Berlin ?, um 1950-52). Um die 23 x 17 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
Die Widmungen meist an Maack gerichtet, verso mit dessen Stempel bzw. handschriftlichem Vermerk. Vorhanden sind: Walter Gieseking. Pianist. Fünfzeilige Widmung. 1950. – Janine Charrat. Tänzerin. Dreizeilige Widmung. Undatiert. – Felix Graf Luckner. Seeteufel. Siebenzeilige Widmung. 1952. – Harald Kreutzberg. Tänzer. Vierzeilige Widmung. Undatiert. Zu Kreutzberg eine Beigabe. – Autographen teils etwas blass, teils kleine Schichtschäden, insgesamt ordentlich.

Lot 12 Laeuger, Max
Tonwerke Kandern. Dividenden-Buch von 1899-1920. Deutsche Handschrift von unterschiedlicher Schreiberhand auf Papier. 134 S. 29 x 40 cm. Original-Moleskin mit Deckelschild (etwas angestaubt und fleckig).
Nachverkaufspreis 200 €
Unikat aus dem Archiv der aufgelösten Firma, die vor allem für die zahlreichen Entwürfe von Max Laeuger bekannt wurde. Er war einer der Mitinhaber der Firma, entsprechend ist er hier auch mit den an ihn ausgezahlten Dividenden aufgeführt. Die anderen erwähnten Namen sind die der weiteren Inhaber: neben Laeuger auch Berta Berner, Klara Tafel, Ludwig Wolmann, Familie Erxleben, Dewitz, P. Schemmell, div. Banken u.a. Lose dabei maschinenschriftliche Aktionärsverzeichnisse von 1939 und 1941 sowie einige Blatt Schriftwechsel einer Druckerei an die Tonwerke bezüglich des Drucks von Aktien. – Nur wenig fleckig bzw. fingerfleckig, recht gut.

Lot 13 Maria Anna Prinzessin von Anhalt-Dessau
Gästebuch Ihrer Königlichen Hoheit Prinzess Friedrich Carl von Preussen (d.i. Maria Anna von Sachsen-Anhalt). Deutsche u.a. Handschriften auf Papier. Florenz, Rom u.a., 1899-1906. 55 Bl. mit Einträgen, der Rest vakat. 30 x 22 cm. Ganzleder mit vergoldetem Deckeltitel und Goldschnitt (deutlich beschabt, Kapitale mit Fehlstellen).
Zuschlag 3300 €
Das Gäste- bzw. Einlassbuch umfasst den Zeitraum vom Februar 1899 bis zum 8. Mai 1906, die Prinzessin starb dann schließlich am 12. Mai 1906. Die Einträge stammen teils aus Florenz, Rom, Neapel, Messina etc. – Mit eigenhändigen Unterschriften (teils mehrfach) hatten sich jeweils die angemeldeten (und zugelassenen Gäste) der Hoheiten verewigt: G. v. Jagow, H. von Beneckendorff und Hindenburg, v. Pasetti, Graf zu Castell, Baron W. Plessen, Graf Haugwitz, A. von Dönhoff, L.v. Kleist, H.v. Putbus, Frh. von Stumm, Frh. von Tettau, Frh. von Gleichen-Russwurm, Gen.-Major v. Tippelskirch, v. Bismarck (weder Otto noch Herbert), Frh. Wolff-Metternich, General Roon, v. Hammerstein-Equord, F.A Krupp, Hans Schadow, Siegfried Wagner u.v.a. – Selten etwas verwischt und fingerfleckig.

Lot 14 Plate, Hans
Berichte über die Besetzung Weimars und die Befreiung des KZ Buchenwald durch die Amerikaner bzw. über die Ablösung der US-Armee durch die Rote Armee. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 36 montierten Buntstiftzeichnungen. Weimar, Frühjahr-Sommer 1945. 34 Bl. 21 x 15 cm. Original-Broschur mit handschriftlichem Deckeltitel (etwas fleckig und knickspurig).
Zuschlag 600 €
Plate war Schüler der dritten Klasse und berichtet hier aus der Perspektive des Kindes: letzte Kriegstage, Volkssturm, erste Kontakte mit “Negern” (“doch später entpuppten sich die Neger als gutartig und kindlich”), “erste” (?) Kenntisse über “Greueltaten”: “später ging eine Panik durch Weimar. Buchenwäldler strömten in die Stadt, durch die wir später viele Greueltaten vernahmen, die man uns verschwiegen hat und die von deutschen SS-Soldaten auf Befehl Himmlers vollbracht wurden. Darauf will ich nicht eingehen, da sie zu grauenvoll sind …”. Es folgt die Kapitualtion, die Arbeit als Erntehelfer, die Beschreibung von Zerstörungen in der Umgebung, Gemüseanbau im eigenen Garten, die “Russen-Besetzung”: “… entdeckten wir, daß das Dorf rot geflaggt hatte und schimpften über die schnelle Wendung der Dorfbewohner zum Bolschewismus” … “die Gesichtszüge dieser Russen waren asiatisch … ihr Benehmen war noch verhältnismäßig gut … doch kann vieles noch kommen”. Die einzelnen Abschnitte wurden wohl als Hausaufgabe geschrieben, unter den Abschnitten hat der Lehrer Prüß jeweils die Note und machmal auch eine kurze Bewertung gesetzt. – Papierbedingt etwas gebräunt, teils gering braunfleckig.

Lot 15 Pückler-Muskau, Hermann Fürst von
Eigenhändiger, zweiseitiger signierter Brief. Branitz, 16.3.1868. 21,5 x 13,5 cm.
Zuschlag 400 €
Reagiert auf einen Besuchs- bzw. Einladungs-Versuch Pücklers bei einem nicht genannten Hochwohlgeboren, der von diesem mit Hinweis auf die vielen Geschäfte abgeschmettert wurde. Pückler versucht es nun schriftlich. – Dabei: Brief Pücklers von Schreiberhand, Branitz, 28.6.1867. Zweieinhalb Seiten. Von fremder Hand unterschrieben. – Insgesamt gut. – Provenienz: Aus der Bibliothek von Edwin Redslob.

Lot 16
Sammlung von Autographen deutscher Politiker, Künstler u.a. Personen der Zeitgeschichte. Teils mit eigenhändiger, teils gedruckter Unterschrift. Um 1965-90.
Nachverkaufspreis 200 €
Aus dem Besitz eines ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten. Enthält Einladungen, Glückwünsche, Antwortschreiben etc., u.a. von: Willy Brandt, Annemarie Renger, Herbert Wehner, Martin Niemöller, A.P. Weber, Ph. Rosenthal, E. Krenz u.a. Beigegeben div. Devotionalien (Faksimile des Kommunistischen Manifests bzw. des Grundgesetzes, KPM-Teller zu Willy Brandt u.ä. (fehlt eigentlich nur das Godesberger Programm in Rosenkranz-Form). – Unterschiedliche, meist nur geringe Nutzungsspuren.

Lot 17 Staerk, Antonio
Les manuscrits latins du Ve au XIIIe siècle conservés à la Bibliothèque Impériale de Saint-Pétersbourg. Description, textes inédits, reproductions autotypiques par Dom Antonio Staerk. 2 Bände. Mit 140 Tafeln. Sankt Petersburg, Krois, 1910. XIX S., 2 Bl., 320 S., 2 Bl. S.; XXIX S. 36,5 x 28 cm. Lose in 2 Original-Flügelmappen (etwas beschabt, Klappen und Gelenke erneuert). [*]
Nachverkaufspreis 240 €
Großformatige, seltene Originalausgabe mit Abbildung und ausführlicher Katalogisierung der ältesten lateinischen Handschriften der heutigen Nationalbibliothek. – 1976 erschien ein verkleinerter Reprint. – Unbeschnitten und teilweise unaufgeschnitten.

Lot 18 Stromer, Th. (zug.)
Bornholm (Reisebericht). Deutsche Handschrift auf Papier. 1876. 6 Doppelblatt. 33,5 x 21 cm.
Nachverkaufspreis 200 €
Seltener früher Reisebericht, wohl als Vorstufe zum 1877 in der Deutschen Romanzeitung (und dann in Buchform) erschienenen Text über die damals kaum bekannte Insel. Stromer (Ps. ?) schrieb für den Grieben-Verlag seinerzeit zahlreiche Reiseführer. – Falze teils gerissen, etwas gebräunt, kleine Randläsuren.

Lot 19 Tauber, Richard
Sieben eigenhändige, teils datierte und mit Ortsangabe versehene Signaturen auf originalphotographischen Postkarten bzw. einem gedruckten Porträt. Wien, London und ohne Ort, um 1928-38. [#]
Zuschlag 280 €
Aufnahmen der Studios Wiehr-Berlin, Dietrich-Wien, Fayer-Wien, Schneider-Berlin u.a. Beigegeben: ca. 75 überwiegend originalphotographische Porträts von Tauber, teils nach Aufnahmen renommierter Studios. Überwiegend Postkartenformat. – Verso teils Spuren alter Montage, gering bestoßen, die Postkarten teils gelaufen, insgesamt ordentlich.

Lot 20 Triebnigg-Stockinger, Ella
Außerordentlich umfangreicher Teilnachlass der literarischen Korrespondenz mit über 350 an Ella Triebnigg gerichteten Briefen und Karten, meist von Schriftstellerkollegen und Redakteuren, sowie zahlreichen Photographien und Typoskripten. Durchweg gestempelt “Nachlass Ella Triebnigg-Pirkhert”. 1903-1935. Unterschiedliche Formate. Lose Bögen in zwei Archivboxen. [#]
Nachverkaufspreis 2400 €
Die in Ungarn geborene Schriftstellerin (1874-1938), in erster Ehe mit dem Offizier Viktor Triebnigg und in zweiter Ehe mit dem Maler Alfred Pirkhert verheiratet, beschrieb in ihren erzählerischen Werken vor allem das Leben der ungarischen Schwaben. Daneben veröffentlichte sie Gedichtbände, Novellen und Theaterstücke, die wiederholt in Wien und Graz aufgeführt wurden. 1909 erhielt sie den niederösterreichischen Landesautorenpreis. – In der Korrespondenz mit Kollegen und Redakteuren geht es vor allem um literarische Themen, wie den Austausch von Werken, Beiträge zu Anthologien, Besprechungen, Würdigungen etc. – Der Teilnachlass erweist sich als ergiebige Quelle zur Literatur der deutschen Minderheiten in Südosteuropa (Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen, Deutsche in der sog. Schwäbischen Türkei), mit denen die Schriftstellerin in regem Austausch stand. So finden sich zahlreiche Briefe des Literaturwissenschaftlers Jakob Bleyer, der von 1919 bis 1920 ungarischer Minister für nationale Minderheiten war, und sich ausführlich zum Wesen des “Schwabentums” äußert. Andere Korrespondenten sind u.a. der Wiener Bühnenschriftsteller Karl Anzengruber, der schwedische Schriftsteller Viktor Björkmann, der Schauspieler und Theaterleiter Ernst Gettke, der böhmische Schriftsteller Hugo Salus oder Heinrich von Schullern. – Geht es vor dem Ersten Weltkrieg noch um die Pflege deutscher Kultur, wandelt sich der Ton nach 1918 deutlich, insbesondere im Briefverkehr mit Ludwig Finckh, Hans Ludwig Rosegger und Adolf Bartels. – Eine ausführlichere Liste der Korrespondenten liefern wir auf Anfrage.

Lot 21 Urkunden
Zwei gesiegelte schlesische Urkunden. Deutsche Handschriften von Schreiberhand auf Papier. Schweidnitz, 7. März und 1. April 1852. 34,5 x 21,5 cm (gefaltet, leicht angestaubt).
Nachverkaufspreis 200 €
Eine Urkunde bescheinigt einem gewissen Friedrich Soelter, “von hier gebürtig, als selbständiges Mitglied hiesiger Gemeinde aufgenommen worden” zu sein. – Dabei: Lehrbrief mit geprägtem Papiersiegel. Rastenburg, 1783. 36 x 43 cm. Sowie eine weitere Urkunde. – Gefaltet, teils leicht angestaubt mit kleineren Randläsuren, sonst gut.

Lot 22 Welles, Orson
Vierzeilige, voll signierte Widmung auf Original-Photographie. Vintage. Silbergelatine. (Berlin, um 1952). 23,5 x 17 cm.
Zuschlag 300 €
Schöne Porträtaufnahme des Berliner Photographen Horst Maack, dem wohl auch die Widmung gilt: “with thanks for a good photo Orson Welles”. Vermutlich auf einer Berlinale entstanden, denkbar wäre 1952, als es zum Skandal um Welles Othello-Film kam. – Minimal gewellt, nur ganz kleine Schichtschäden, verso Spuren entfernter Montage, insgesamt gut.

Lot 23 Zille, Heinrich
Umfangreiche Sammlung von 35 eigenhändigen Briefen bzw. Karten an Adolf Heilborn. Deutsche Handschriften auf Papier. Berlin, 1908-1929.
Nachverkaufspreis 8000 €
Heilborn veröffentlichte über Zille, Zille gestaltete dessen Exlibris. Die Briefe dokumentieren die Entwicklung der Freundschaft der beiden, ab 1916 geht Zille zum Du über. 5. Dezember 1908: Das Exlibris wird noch in disem Monat fertig, werde Ihnen aber vorher die Zeichnung zeigen, denke Radierung. – 20. Februar 1909: Mißmuthig, mißgestimmt, daß selbst die Lampe, die Sie gern haben wollen, mich nicht aufhellen konnte. – 5. Juli 1910: Habe jetzt das Buch von Georg Hermann, Kubinke, das ist sehr gut, soll Deckelbild machen u. muß nun abends Dienstmädchen studiren. – 21. August 1916: Lieber Dr. H. ! Sende Dir (Anrede seit 19/8.16) anbei 1 Bild … bin gut nach Hause gekommen. – 28. April 1917: Das Zusammenkommen wird länger dauern, die Wege zu weit. In Betreff B. möchte ich Dir aber doch sagen, daß er mich gerade nicht enttäuscht … Was ich ihm schrieb u. bestätigt erbat, hat er in der Hauptsache vergessen, schon daß er mir keinen Vertrag anbot … zeigt (!) von vorbehaltener Hinterlist. – 31. Dezember 1925: Zum Jahreswechsel alles alles Gute wünscht Dein alter Zille … es ist mir auch so, daß ich zu niemanden mich inniger hingezogen fühle als zu Dir. – Dabei auch vier von Zille eigenhändig adressierte Briefumschläge. – Gefaltet, papierbedingt teils etwas gebräunt, insgesamt gut.

Lot 24 Allgemein – Becher, Johann Joachim
Parnassus medicinalis illustratus. Oder: Ein neues, und dergestalt, vormahln noch nie gesehenes Thier- Kräuter- und Berg-Buch, sampt der Salernischen Schul. Cum Commentario Arnoldi Villanovani und den Praesagiis Vitae & Mortis, Hippocratis Coj; Auch gründlichem Bericht vom destilliren, purgiren, schwitzen, schrepffen und Aderlassen. Alles in Hoch-Teutscher Sprach, so wol in Ligatâ als Prosâ, lustig und außführlich in vier Theilen beschrieben, und mit Zwölff-Hundert Figuren gezieret. 4 Teile in 1 Band. Mit Kupfertitel von J. Renner, 3 Kupfertafeln und ca. 1200 Textholzschnitten. Ulm, Johann Görlin, 1663. 5 Bl., 104, 632, 88, 164 S., 14 Bl. 32,5 x 20 cm. Blindgeprägter Schweinslederband über Holzdeckeln (beschabt, fleckig und mit kleinen Läsuren, Rücken mit braunem Lederbezug der Zeit und Rückenschild, rissig, Kapitale mit schmalen Fehlstellen, Schließen fehlen). [*]
Zuschlag 900 €
Seltenes kompilatorisches Werk vom Verfasser der “Physica subterranea”, reich illustriert. – Cobres 164, 15 – Hirsch/H. I, 407 – Nissen, BBI 113 und ZBI 273 – Pritzel 536 – Besteht aus “Thier-Buch” (3 Kupfertafeln, 35 Holzschnitte meist nach Herr und Gessner), “Kräuterbuch” (mit über 1100 Pflanzenholzschnitten aus der Mattioli-Übersetzung von Camerarius), “Bergbuch” (mit 15 emblematischen Holzschnitten der Metalle) und der “Salernischen Schul” in der von Villanova kommentierten Fassung. Hierzu ein Anhang über das Aderlassen und Destillieren mit 7 Holzschnitten. – Die Zwischentitel sind 1662 datiert. – Mit gestochenem Wappenexlibris “Königl. Stifft Hall”. – Die Holzschnitte in guten, kräftigen Abdrucken, wenige von Kinderhand mit Aquarellfarbe übermalt. – Teils stark gebräunt und stockfleckig, einzelne fehlende Eckchen, der Kupfertitel mit alter Schabstelle und kleinen Läsuren.

Lot 25 Allgemein
Das Buch der Welt. Ein Inbegriff des Wissenswürdigsten und Unterhaltendsten aus den Gebieten der Naturgeschichte, Naturlehre, Länder- und Völkerkunde, Weltgeschichte, Götterlehre etc. 8 Jahrgänge in 8 Bänden. Mit 6 (von 8) lithographierten Titeln, 344 (von 352) Tafeln zumeist in Lithographie und Stahlstich, davon 254 farbig sowie zahlreiche teils ganzseitige Textholzschnitte. Stuttgart, Hoffmann, 1854-1870. Ca. 26 x 19 cm. Blindgeprägte Leinenbände der Zeit (6), Halbleinenband der Zeit und späterer Halbleinenband (alle berieben und bestoßen, Kapitale und Gelenke teils mit kleineren Einrissen, teils etwas fleckig). [*]
Zuschlag 600 €
Estermann 367. – Die Tafeln mit ausgesprochen dekorativen Tier- und Pflanzenbildern, Ansichten, Genrebildern etc. – Vorhanden sind die Jahrgänge 1854, 1856, 1857, 1865, 1866, 1869 und 1870. – Unterschieldich gebräunt und fleckig, Bindungen meist gelockert, vereinzelte Lagen locker oder lose, 1 Tafel mit Eckabriss und hinterlegt, vereinzelte Randläsuren, Band 1856 ohne Drucktitel, lithographierter Titel irrtümlich in Band 1857 eingebunden, 1857 ohne lithographierten und Drucktitel, 1870 ohne lithographierten Titel.

Lot 26 Allgemein – Darwin, Charles
Gesammelte Werke. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. Autorisirte deutsche Ausgabe. 13 Bände. Mit Stahlstich-Porträt, 6 Karten (4 gefalteten, 1 doppelblattgroßen), 13 Tafeln (6 gefalteten, 3 doppelblattgroßen) und zahlreichen Textholzstichen. Stuttgart, Schweizerbart, 1879-1881. 23 x 14,5 cm. Original-Halblederbände mit je drei goldgeprägten Rückenschildern und goldgeprägten Porträt-Vignetten (Kanten und Rücken etwas berieben). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Zweite deutsche Gesamtausgabe. – Vgl. Freeman 190 – Enthält alle Hauptwerke Darwins. – Bis 1888 erschienen noch 3 Fortsetzungsbände (“Bildung der Ackererde” und Briefe). – Sehr gut erhalten, nahezu fleckenfrei.

Lot 27 Allgemein – Kestler, Johannes Stephan
Physiologia Kircheriana experimentalis, qua summa argumentorum multitudine et varietate … comprobatur atque stabilitur. Mit einem gestochenen, allegorischen Frontispiz sowie zahlreichen Textabbildungen in Holzschnitt oder Stich. Amsterdam, Jansson, 1680. 3 Bl., 248 S., 4 Bl. 35,5 x 23 cm. Register. Pergament der Zeit (Rücken mit Papier überklebt, fleckig und gering ausgebunden). [*]
Zuschlag 1600 €
Erste Ausgabe dieses Auswahlbandes. – Merrill 29 – Garrison /M. 580 – Dünnhaupt II, 1015. – Kestler war ein Schüler Kirchers, er brachte hier eine Auswahl von Experimenten zu den Themen Astronomie, Luftdruck, Magnetismus, Mechanik, Feuerwerk und laut G/M “the first recorded experiment in hypnoticism in animals”. – Gewellt, teils wasserfleckig, gegen Ende etwas wurmspurig ohne Buchstabenverlust.
First edition thus. – With engr. frontispiece and numerous text-illustrations (engraved and woodcut). Contemp. full vellum (spine covered with paper, stained and slightly loose). – Wavy, partly dampstained, some worming towards end, no loss of text.

Lot 28 Allgemein – Kundmann, Johann Christian
Rariora naturae & artis item in re medica, oder Seltenheiten der Natur und Kunst des Kundmannischen Naturalien-Cabinets, wie auch in der Artzeney-Wissenschaft. Darinnen abgehandelt werden I. Examen Fossilium & Lapidum quorundam rariorum, oder Untersuchung verschiedener unterirdischer Seltenheiten und sonderbar figurirten Steine. II. Memorabilia naturae et artis, oder Merckwürdigkeiten der Natur und Kunst. III. Observationes in re medica singulares, oder sonderbare Anmerckungen zur Artzeney-Kunst und Wissenschafft gehörig. Mit 1 gestochenen Frontispiz-Porträt, 19 (2 gefalteten) Kupfertafeln und 12 (2 gefalteten) Tabellen. Breslau und Leipzig, M. Hubert, 1737. 10 Bl., 1312 Sp., 16 Bl. 35 x 21,5 cm. Pergamentband der Zeit (etwas gebräunt). [*]
Zuschlag 2500 €
Erste Ausgabe des Katalogs der Naturalien- und Kuriositätensammlung des Breslauer Arztes und Numismatikers Johann Christian Kundmann. – Nissen ZBI 2326 – Waller 5457 – Blake 249 – Wellcome III, 420. – “This work embodies a vast amount of curious information on the wonders of nature and art: fossils, thunderbolts, glossopetrae, and the like: giants, monsters, and so on” (Murray, Museums II, 313). – Die Tafeln zeigen Fossilien, Edelsteine, sonderbare Gläser, Missbildungen, Korallen, Meeresschnecken, Gebirgsformationen etc. – Mit dem Trauergedicht in 9 Strophen von Julius Christian Kundmann zum Tod seines Vaters auf 2 Blättern, das nicht allen Exemplaren beigegeben wurde, und mit dem Porträt, das oft fehlt. – 2 Seiten gestempelt, zum Schluss teilweise etwas stärker gebräunt. Gutes Exemplar.
First edition. – With engr. portrait-frontispiece, 19 (2 fold.) engr. plates and 12 (2 fold.) tables. Contemp. full vellum (some browning). – 2 pages with stamp, some browning towards end else a very good copy.

Lot 29 Astronomie – Buquoy, Georg Franz August von
Erläuterungen und Zusätze zu dem dritten Teile von Herrn Schuberts theoretischer Astronomie nemlich zu dessen physischer Astronomie … Erste Hälfte, welche inclusive bis zum § 140 reicht (alles Erschienene). Mit 13 gefalteten Tafeln. Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1811. VI, 258 S. 26 x 22 cm. Halbleder der Zeit (bestoßen und beschabt, Bezug mit Fehlstellen). [*]
Nachverkaufspreis 240 €
Erste Ausgabe. – MNE I, 117 – Poggendorff I, 343. – Der Autor war Fabrikbesitzer, u.a. von Glashütten. Er ist Erfinder des schwarzen Hyalith-Glases, das ab 1817 hergestellt wurde. – Etwas wellig und gebräunt, die Tafeln lose.

Lot 30 Astronomie – Finé, Oronce
Orontii Finei Delphinatis, regii mathematicarum professoris quadrans astrolabicus, omnibus Europæ regionibus inserviens ex recenti et emendata ipsius authoris recognitione in ampliorem, ac longè fideliorem redactus descriptionem. Paris, Simon de Colines, 1534. 18 Bl. 28,5 x 22 cm. Neuerer marmorierter Pappband. [*]
Zuschlag 400 €
Zweite, gekürzte und veränderte Ausgabe. – Adams F 478 – Renouard, Colines 229f. und 90 – Wellig, teils wasserfleckig, wenige Seiten mit Randbemerkungen von alter Hand.

Lot 31 Astronomie – Herschel, Caroline Lucretia
Catalogue of stars taken from Mr. Flamsteed’s observations contained in the second volume of the Historia Coelestis and not inserted in the British catalogue. London, Elmsly, 1798. 136 S., 1 Bl. Errata, 1 Bl. 35 x 23 cm. Etwas neueres Halbleder (bestoßen und beschabt). [*]
Zuschlag 350 €
Erste Ausgabe. – Mit einer Einführung und Erläuterungen von William Herschel. – Bibliotheksexemplar mit Stempel und Signaturen, Block angebrochen, gebräunt.

Lot 32 Biologie – Marsigli, Luigi Ferdinand
Histoire physique de la mer. Ouvrage enrichi de figures dessinées d’après le naturel. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette, 2 mehrfach gefalteten Kupferkarten und 50 (2 gefalteten) Kupfertafeln. Amsterdam, Aux depens de la compagnie, 1725. 4 Bl., XI, 173 S. 36 x 23 cm. Späterer Pappband unter Verwendung des alten Bezugs. [*]
Nachverkaufspreis 1400 €
Erste französische Ausgabe. – Poggendorff II, 59 – Nissen ZBI, 2699 – Koeman IV, 421: “This work on oceanography contains the first printed chart with depth-lines.” – Frühes Werk über Ozeanographie, übersetzt von Jean Leclerc und mit einem Vorwort versehen von Hermann Boerhaave. – Im vorliegenden Werk gibt Marsigli (1658-1730) seine Erfahrungen und Versuchsergebnisse aus dem Maritim-Laboratorium in Marseille bekannt, einem von ihm im Jahre 1706 gegründeten Institut. – “The first book devoted entirely to marine science, and the first oceanographic study of a single region. Marsigli conducted an intensive investigation of the Gulf of Lyon” (Norman 1145). – Die ersten 3 Blätter mit kleiner Fehlstelle im oberen Rand, vorderer Vorsatz mit ergänzter Fehlstelle, sonst schönes, kaum fleckiges Exemplar.
First French edition. – With engr. frontispiece, engr. title-vignette, 2 fold. engr. maps and 50 (2 fold.) engr. plates. Later boards with contemp. covering. – First 3 leaves with small missing piece to upper margin, ffep with backed tear else a very good and clean copy.

Lot 33 Biologie – Botanik – Hartig, Robert
Die Zersetzungserscheinungen des Holzes der Nadelholzbäume und der Eiche in forstlicher, botanischer und chemischer Richtung. Mit 21 teils farbigen lithographischen Tafeln. Berlin, Springer, 1878. VI S., 1 Bl., 151 S. 32,5 x 24,5 cm. Original-Halbleinwand mit Rücken- und Deckeltitel (etwas berieben und leicht fleckig). [*]
Zuschlag 260 €
Erste Ausgabe. – Textteil unaufgeschnitten, Titel mehrfach gestempelt, Tafeln teilweise minimal gebräunt.

Lot 34 Biologie – Botanik – Marsigli, Luigi Ferdinand
Dissertatione de generatione fungorum … cum dissertatione de Plinianae villae ruderibus atque ostiensis litoris incremento. Mit einem Titelkupfer sowie 31 Textkupfern. Rom, Gonzaga, 1714. 40, XLVII S., 2 Bl. Index. 38,5 x 25 cm. Pergament der Zeit (Vorderdeckel mit Siegellack-Spur, Gelenke etwas wurmspurig). [*]
Zuschlag 1250 €
Nissen BBI, 1280 – Schliemann 1080 – Volbracht 1299. – Enthält auch einen Kommentar von Lancisi. Die Autoren vertraten die Meinung, Pilze entstünden aus Fäulnis und das Mycel sei ein Stadium zwischen verfaulenden Pflanzen und Pilzen. – Bezug an den Innendeckeln angelöst, Block etwas gewellt, im Bereich des Fußkapitals gegen Ende wasserrandig, vorderer Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, sonst kaum gebräunt.
With engr. frontispiece and 31 text-engravings. Contemp. full vellum (traces of wax to front cover, hinges with worming). – Paper to inner covers partly detached, text-block somewhat wavy, some dampstaining at end to lower margin, traces of removed exlibris.

Lot 35 Biologie – Botanik – Moore, Thomas
The Ferns of Great Britain and Ireland. Edited by John Lindley. Nature-printed by Henry Bradbury. Mit 51 farbigen Tafeln im Naturselbstdruck. London, Bradbury und Evans, 1855-(1856). Nicht paginiert. 56 x 37 cm. Neuere Leinwand mit goldgeprägtem Rückentitel und beigebundenem vorderen Lieferungsumschlag. [*]
Zuschlag 3000 €
Erste Ausgabe. – Nissen, BBI 1400 – Stafleu & Cowan 6275 – Fischer, Naturselbstdruck 89. – Henry Bradbury (1831-1860), der älteste Sohn des Verlegers William Bradbury von Bradbury & Evans, veröffentlichte das vorliegende Werk in 17 monatlichen Lieferungen von Juni 1855 bis September 1856. Der Naturwissenschaftler Wilfred Blunt bezeichnet das Werk, was die wissenschaftliche Exaktheit und die Ästhetik betrifft, als “the crowning achievement of nature printing.” – Wenige Blatt mit kleinen Randläsuren, teilweise leicht fingerfleckig bzw. gebräunt, die Drucke teilweise mit leichtem Abklatsch. Sehr gutes Exemplar.
First edition. – With 51 nature-printed col. plates. Modern cloth, orig. front wrapper bound in. – A few leaves with marginal fraying, slightly fingerstained resp. browned, some slight offsetting. Very good copy.

Lot 36 Biologie – Botanik – Scheuchzer, Johannes Jakob
Herbarium diluvianum collectum. Edition novissimo, duplo auctior. Mit Porträt-Frontispiz nach Johann Melchior Füssli von Joseph Nutting, Kupfertitel mit großer Vignette von Heinrich Huber, gestochener Titelvignette und 14 Kupfertafeln von und nach Füssli und Huber. Leiden, van der Aa, 1723. 2 Bl., 119 S., 2 Bl. 35,5 x 22,5 cm. Pergamentband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (leicht angestaubt und leicht fleckig). [*]
Zuschlag 1600 €
Zweite stark erweiterte Ausgabe. – Steiger 88 – Pritzel 8173 – Nissen, BBI, 1752. – Der Schweizer Arzt und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer war vor allem für seine Deutung von Fossilien als Überbleibsel der Sintflut (Sintfluttheorie) bekannt. – Gegenüber der ersten Ausgabe von 1709 ordnete Scheuchzer in dieser Ausgabe die fossilen Pflanzen neu nach dem taxonomischen System des Botanikers Pitton de Tournefort, der die Arten nach Gattungen zusammenfasste. – Die letzten vier der insgesamt 14 Kupfertafeln des Züricher Künstlers Johann Melchior Füssli (1677-1736) erscheinen hier erstmals. Jede Darstellung wurde einem Gelehrten der Zeit, z.B. Escher, Newton, Boerhave, gewidmet. – Gestempelter Namenszug auf dem Vorsatz, stellenweise leicht gebräunt oder stockfleckig, insgesamt schönes Exemplar.
Second extended edition. – With portrait-frontispiece, engr. title with vignette, 14 engr. plates. Contemp. full vellum (slightly soiled). – Stamped name to ffep, slight browning resp. foxing in places else a very good copy.

Lot 37 Biologie – Botanik – Westring, Johan Pehr
Svenska Lafvarnas Färghistoria, eller sättet att använda dem till färgning och annan hus-hållsnytta. Mit 25 kolorierten Kupfertafeln. Stockholm, Carl Delén, 1805. XV, 338, 11, VIII S., 1 Bl. 23 x 14 cm. Neuerer Halbpergamentband mit Rückenschild mit allen eingebundenen Original-Broschuren (diese leicht stockfleckig, ein Hinterdeckel mit Braunfleck). [*]
Nachverkaufspreis 1400 €
Erste Buchausgabe. – Krok, Bibl. Bot. Suecana, Westring 2b – Pritzel 10207 – Stafleu/C. 17287. – Berühmtes Werk über den ökonomischen Nutzen von Flechten, mit den schönen handkolorierten Illustrationen von Erik Acharius. – J.P. Westring (1753-1833) war schwedischer Physiker und Lichenologe. Er verbrachte mehrere Jahre mit der Erforschung des Nutzens von Flechten zur Färbung von Textilien. Die Ergebnisse veröffentlichte er ab 1791 in der “Kungliga Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar”. Nach umfangreichen Verbesserungen und Erweiterungen veröffentlichte er die Arbeit in acht Heften, die hier in einem Band gebunden vorliegen. – Erik Acharius (1757-1819) gilt als Begründer der Lichenologie. – 2 Blatt mit kleinem Randausriss, 2 Blatt mit ergänzter Randfehlstelle, Heft 3 teils mit Wasserrand, Heft 6 stellenweise im Bug mit Wasserrand und wenige Seiten mit Braunfleck, sonst schönes Exemplar.
First book edition. – With 25 col. engr. plates. Later half vellum, orig. wrappers bound-in (wrappers slightly foxed, one back wrapper with brown stain). – 2 leaves with small marginal loss, 2 leaves with restored marginal loss, fasc. 3 partly waterstained in margin, fasc. 6 with some waterstaining to inner margin, all few pages with brown stain. Overall a very good copy.

Lot 38 Biologie – Zoologie – Brünnich, Morten Thrane
Entomologia sistens insectorum tabulas systematicas, cum introductione et iconibus. Mit einer gefalteten Kupfertafel. Kopenhagen, Godiche, 1764. 4 Bl., 85 S., 1 Bl. 19 x 12 cm. Moderner Pappband (partiell kleiner Verlust des Bezugs). [*]
Zuschlag 460 €
Der Verfasser war norwegischer Bergrat. – Horn/Sch. 2673 – vgl. Poggendorff I, 315. – Beigebunden: J.B. Schluga. Primae lineae cognitionis insectorum. Mit zwei Faltkupfern. Wien, Kraus, 1767. 47 S., 2 Bl. – Horn/Sch. 9462 – Nissen, ZBI 3693 – Exlibris, teils etwas gebräunt bzw. braunfleckig.

Lot 39 Biologie – Zoologie – Donati, Vitaliano
Essai sur l’histoire naturelle de la mer Adriatique, avec une lettre du Leonhard Sesler sur une nouvelle espece de plante terrestre. Traduit de l’italien. Mit 11 kolorierten Kupfertafeln. Den Haag, de Hondt, 1758. Titel, III, 73 S., 2 Bl. 29 x 21,5 cm. Lederband der Zeit mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel-, Stehkanten- und Innenkantenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt (berieben, Ecken bestoßen, Kapital restauriert). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Erste französische Ausgabe, in der Vorzugsausgabe mit kolorierten Kupfern. – Nissen, ZBI 1173 – Stafleu-C. 1500: “This edition counts for purposes of nomenclature.” – Das italienisch zuerst 1750 erschienene Werk beschreibt Fangmethoden im Mittelmeer, Korallen, Schwämme, Kleintiere etc. – Titel, Bl. 2, S. 1, letztes Blatt und die Tafeln (diese verso) gestempelt, etwas gebräunt und teilweise leicht fleckig. Gutes Exemplar.
First French edition. – With 11 coloured engr. plates. Contemp. full calf, gilt (rubbed, corners bumped, spine-ends restored). – Stamp to title, 2nd leaf, page 1 and verso plates, some browning and minor staining in places.

Lot 40 Biologie – Zoologie – Riedel, Wilhelm
Die Grasmücken und Nachtigallen in Europa oder vollständige Naturgeschichte dieser vorzüglichsten Singvögel, nebst Zaunkönig und Goldhähnchen; mit besonderer Rücksicht auf Fang, Zähmung, Pflege, Wartung, Nutzen und Vergnügen. Ein unentbehrliches Handbuch für die Liebhaber dieser Meistersänger. Mit 8 lithographischen Tafeln. Nördlingen, Beck, 1833. XVI, 237 S., 1 Bl. 18,2 x 11,5 cm. Illustrierter lithographischer Original-Pappband (leicht bestoßen). [*]
Zuschlag 500 €
Erste Ausgabe. – Lindner II, 1695, 01 – nicht bei Nissen. – “Diese interessante Schrift ist leider bisher kaum beachtet worden, obgleich ihr Verf. ein vorzüglicher Sachkenner u. origineller Schriftsteller war” (Lindner). – Die Tafeln zeigen Fallen und Fangeinrichtungen, der hübsche lithographierte Einband u.a. einen Herrn am Schreibtisch mit Vogelkäfigen. – Im Vorderdeckel Exlibris: Bibliotheca Doctoris J. B. Holzinger (Grazer Advokat, ca. 1885). – Titel gestempelt, etwas braunfleckig, Wasserfleck im unteren Rand.

Lot 41 Biologie – Zoologie – Rumpf, Georg Eberhard
D’Amboinsche Rariteitkamer, behelzende eene beschryvinge van allerhande zoo weeke als harde schaalvisschen, te weete raare krabben, … die in d’Ambroinsche, en zommige omleggende eilanden gevonden worden. Mit gestochenem Titel, gestochenem Porträt, 60 Kupfertafeln sowie gestochener Titelvignette und 5 gestochenen Textvignetten. Amsterdam, J. R. de Jonge, 1741. 11 Bl., 340 S., 21 (von 22) Bl. 43,5 x 26 cm. Halblederband der Zeit (berieben, bestoßen, fleckig, Bezugspapier nahezu vollständig gelöst, Gelenke ca. 15 cm eingerissen). [*]
Zuschlag 1000 €
Zweite Ausgabe der berühmten Ambonischen Raritätenkammer, die erstmals 1705 erschien. – Nissen ZBI 3581 – vgl. Wood 546: “This rare folio is important because of its early descriptions and depiction of faunal (mainly marine) life in the Dutch East Indies (the Moluccas especially) at the end of the seventeenth century.” – Der Kaufmann und Naturforscher Georg Eberhard Rumpf (1627-1702) hielt sich seit 1653 im Dienst der Ostindischen Kompanie auf der Molukkeninsel Ambon auf, wo er als erster deren Fauna und Flora erforschte. Das Werk gilt noch heute als grundlegend. – Die sehr schönen, detailreichen Tafeln in kräftigen Abdrucken. “Neu- und Umzeichnungen ungenügender Vorlagen werden M. S. Merian zugeschrieben” (Nissen). – Unbeschnitten. – Ohne das letze Registerblatt. Stellenweise leicht braunfleckig, Titel unten mit Eckabriss, 1 Tafel ca. 10 cm eingerissen, die letzten 3 Blatt im Bug oben mit hinterlegten Einrissen.
Second edition. – With engr. title, engr. portrait, engr. title-vignette, 5 engr. text-vignettes and 60 engr. plates. Contemp. half calf (rubbed, bumped, stained, covering paper mostly loosened, hinges torn). – Uncut. – Lacking last index-leaf. Slight browning in places, title with loss to lower corner, 1 plate with 10cm tear, last 3 leaves with restored tears to inner margins.

Lot 42 Biologie – Zoologie – Thomasius, Jacob
Curiöser Tractat genannt das wieder gefundene Gesicht der sonst blinden Maulwürffe. Aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzet von M. M. Dresden und Leipzig, Miethe, 1702. 31 S. 16 x 9 cm. Neuer Umschlag. [*]
Zuschlag 240 €
Erste deutsche Ausgabe der 1671 in Altenburg bei Enoch erschienenen lateinischen Abhandlung “De visu talparum”. – Rosenthal, BMP, 5823 – vgl. Krivatsy 11812. – Interessante kleine Schrift über Maulwürfe, in der der Pädagoge und Philosoph Thomasius (1622-1684) den Versuch unternimmt, den seit der Antike bestehenden Irrglauben der Maulwurf wäre blind oder hätte gar keine oder gar von Fell überzogene Augen zu widerlegen. Seine Argumentation belegt er jedoch nicht durch Untersuchungen des Tieres, sondern durch Logik: “Der Maulwurff ist ein solches Thier, das seine jungen lebendig gebühret, deshalben muß er ja alle sensus haben. Denn das ist der Vernunfft gemäß, das ein solches Thier, das vollkommen ist gebohren worden, auch vollkommene Sinne haben müsse”. (S. 31). – Beim Übersetzer dürfte es sich um Marcus Molitor oder um den M(agister Johann Gottlieb) M(eister) handeln. – Titel mit Besitzvermerk von Graf Joseph Ferdinand von Rheinstein und Tattenbach (1723-1802). – Seiten gebräunt, vereinzelte Flecken.

Lot 43 Chemie – Macquer, Pierre Joseph
Chymisches Wörterbuch oder Allgemeine Begriffe der Chymie nach alphabetischer Ordnung. Aus dem Französischen nach der zweyten Ausgabe übersetzt und mit Anmerkungen und Zusätzen vermehrt von Johann Gottfried Leonhardi. 6 Bände. Mit einem gestochenen Frontispiz. Leipzig, Weidmann, 1788-1791. 22 x 13 cm. Spätere Pappbände mit Rückentitel (berieben, Rücken gebräunt und etwas bestoßen). [*]
Zuschlag 400 €
Zweite deutsche Ausgabe dieses ersten naturwissenschaftlichen Wörterbuchs, dem Hauptwerk Macquers. – Poggendorff II, 8 (Macquer) und I, 1428 (Leonhardi) – Fromm 15712 – DSB VIII, 623 (Macquer) und VIII, 247 (Leonhardi). – Exlibris. – Unbeschnitten. – Etwas gebräunt und stockfleckig.

Lot 44 Chemie – Meißner, Paul Traugott
Handbuch der allgemeinen und technischen Chemie. 5 Bände in 9 Bänden. Mit 8 gefalteten gestochenen Tafeln. Wien, Gerold, 1819-1833. 20,2 x 12,5 cm. Braune Lederbände der Zeit mit je zwei roten Rückenschildern, etwas Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckel- und Stehkantenfileten sowie Ganzgoldschnitt (leicht berieben und bestoßen, 1 Schild abweichend grün, Vergoldung etwas abweichend, Schnitt durch die Vergoldung teilweise etwas verklebt). [*]
Nachverkaufspreis 400 €
Vollständige erste Ausgabe. – Poggendorff II, 106 und III, 896. – Paul Traugott Meißner (1778-1864) war Professor für technische Chemie und Gründungsmitglied der Technischen Hochschule (Polytechnikum) Wien. – Die Bände 2-5 jeweils in mehreren Abteilungen. – Aufgrund des langen Erscheinungszeitraums sind vollständige Reihen selten. – Nur teilweise leicht gebräunt.

Lot 45 Forstwirtschaft – Gleditsch, Johann Gottlieb
Systematische Einleitung in die neuere, aus ihren eigentümlichen physikalisch-ökonomischen Grundlagen hergeleitete Forstwissenschaft. Zwei Bände. Mit einem Porträt-Frontispiz nach Schleuen. Berlin, Wever, 1774-1775. XXX, 686 S.; XXXVI, S. 687-1566 S. 17,5 x 10 cm. Einheitlich gebundenes Halbpergament mit marmoriertem Bezugspapier und handschriftlichem Rückentitel (gering berieben und fleckig). [*]
Nachverkaufspreis 200 €
Erste Ausgabe. – Pritzel 3361 – Stafleu/C. 2036. – Gleditsch (1714-1786) war einer der Begründer der deutschen Forstwissenschaft. Seit 1742 lehrte er in Frankfurt. – Exlibris und alte Besitzeinträge, es fehlt das Register, etwas wellig und gebräunt.

Lot 46 Geodäsie – Maupertuis, Pierre-Louis Moreau de
Figur der Erden, bestimmet durch die Beobachtungen der Herren von Maupertuis, Clairaut, Camus, le Monnier & Outhier, in Begleitung des Herrn Celsius, in Ordre des Königs beym Polar-Zirkel angestellet durch Hrn. von Maupertuis. Aus dem Französischen übersetzt, und mit Hern. Celsius Untersuchung der Cassinischen Messungen vermehret. Mit 1 gefalteten Kupferkarte, 9 gefalteten Kupfertafeln und 2 gestochenen Kopfvignetten. Zürich, Heidegger, 1741. 26 Bl., 208 S. 18 x 11 cm. Pergamentband der Zeit (gedunkelt). [*]
Zuschlag 650 €
Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff II, 84 – vgl. Libri Rari 186 – vgl. DSB IX, 186. – Berühmter Bericht über die 1736 in Lappland vorgenommenen Meridianmessungen, die zu einer Bestätigung von Newtons Theorie über die Abplattung der Erde an den Polen führten. – Gutes Exemplar. – Vorgebunden: Cassini, Jacob. Mathematische und genaue Abhandlung von der Figur und Grösse der Erden, wobey die bewunderungswürdige Verlängerung der Mittagslinie des königlichen Observaturium zu Paris durch gantz Frankreich … vorgestellet wird. Aus dem Französischen Original in die Teutsche Sprache treulich übersetzet. Mit einer Vorrede … begleitet von Johann Albrecht Klimmen. Mit gestochenem Frontispiz und 7 gefalteten Kupfertafeln. Arnstadt und Leipzig, Beumelburg, 1741. 23 Bl., 416 S. – Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff I, 390 – Libri Rari 061. – 2 Tafeln im Rand gebräunt und etwas angerändert, teilweise leicht gebräunt.

Lot 47 Geodäsie – Maupertuis, Pierre-Louis Moreau de u.a
Dégré du méridien entre Paris et Amiens, déterminé par la Mesure de M. Picard, et par les observations de Mrs de Maupertuis, Clairaut, Camus, le Monnier, de l’Académie Royale des Sciences. D’ou l’on déduit la figure de la terre, par la comparaison de ce dégré avec celui qui a été mesuré au Cercle Polaire. Mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Paris, G. Martin, J. B. Coignard & H. L. Guerin, 1740. 4 Bl., LVI, 116 S. 20 x 12 cm. Lederband der Zeit mit Rückentitel und reicher Rückenvergoldung (berieben und bestoßen, Kapitale und Ecken stärker, Gelenke geplatzt).
Zuschlag 240 €
Wohl zweiter Druck der Abhandlung. – Vgl. Poggendorff II, 84f. (Maupertuis) und II, 441f. (Picard). – Enthält als 2. Teil “Mesure de la terre” von Jean Picard, erstmals 1671 erschienen. – Die Tafeln mit Abbildungen von Messgeräten. – 1 Seite mit Schabspuren im Rand, teilweise etwas gebräunt bzw. leicht fingerfleckig, die Tafeln teilweise leicht knickspurig.

Lot 48 Geologie – Fric, Václav (Hg.)
Schichten der Erdrinde. Versteinerungen führende Formationen. Mit 42 montierten Gesteinsproben. Prag, B. Styblo, um 1870. 23 x 15,5 cm. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und blindgeprägten Deckeln (Rücken geblichen, Kanten mit kleineren Läsuren). [*]
Zuschlag 650 €
Die in Form eines Buches gestaltete Kassette ist auf dem Innendeckel mit einer illustrierten Tabelle versehen. Im “Buchblock” finden sich die auf eine Tafel geklebten Gesteinsproben nebst der jeweiligen Bezeichnung. – Der Herausgeber, der tschechische Naturalienhändler Václav Fric (1839-1916), hatte 1862 sein erstes Geschäft in Prag eröffnet. Mit Preisen auf den Weltausstellungen in Paris, Wien, Moskau und Sydney ausgezeichnet, belieferte das Unternehmen Museen, Bildungseinrichtungen und private Sammler auf der ganzen Welt. – Rücken gelöst, Tafel unter den Gesteinsproben mit einigen zeitgenössischen Einträgen und mehreren geklebten Rissen.

Lot 49 Mathematik – Baldi, Bernardino
Heronis Ctesibii Belopoeeca hoc est telifactiva Bernardino Baldo urbinate. Mit zahlreichen Textabbildungen. Augsburg, Frank, 1616. 2 Bl., 76 (recte 75) S. 19,5 x 16 cm. Leder der Zeit (etwas fleckig und nachgedunkelt). [*]
Nachverkaufspreis 1400 €
Erste Ausgabe von Baldis lateinischer Übersetzung, zusammen mit Herons griechischem Text und einer lateinischen Biographie Herons. Der Text beschreibt Kriegsmaschinen. – Seite 68 wurde in der Paginierung übersprungen, anfangs wenige alte Marginalien, Titelei mit altem Namenseintrag (R. Knowles), etwas gebräunt und braunfleckig bzw. wasserfleckig.
First edition of Baldi’s Latin translation. – With numerous text-illustrations. Contemp. full calf (some staining). – Page 68 omitted in pagination. A few old annotations, old owner’s inscription to title, some browning resp. staining.

Lot 50 Mathematik – Häseler, Johann Friedrich
Anfangsgründe der Arithmetik, Algebra, Geometrie und Trigonometrie zum eigenen Unterricht. 3 Teile in 4 Bänden. Mit 38 gefalteten, gestochenen Tafeln und 3 gefalteten Tabellen. Lemgo, Meyer, 1776-1790. 17,2 x 10,5 cm. Halblederbände der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (Deckelbezug mit Wurmfraß, etwas berieben). [*]
Zuschlag 500 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff I, 990f. – Häseler (1732-1797) “war Abt des Klosters Amelunxborn (im Braunschweigschen), General-Superintendent d. Weserdistricts, erster Prediger u. Inspector d. Schule zu Holzminden” (Poggendorff). – Band 3 in 2 durchpaginierten Abteilungen. – Nur teilweise leicht gebräunt.