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Lot 1 Adelsbrief
Österreichischer Adelsbrief von Kaiser Ferdinand I. für den Forstmeister Johann Maximilian Marno von Eichenhorst zu Laxenburg. Mit einer ganzseitigen, gouachierten farbigen Wappendarstelluhng. Stahlstiche auf Pergament mit handschriftlichen Eintragungen und Goldhöhungen. Wien, 1836-1837. 8 Bl. 38 x 29,5 cm. Samteinband mit Bindebändern und angehängtem Wachssiegel in vergoldeter Messingkapsel, alles eingelegt in Zinkblech-Schatulle (diese mit kleinen Korrosionsspuren, ein Scharnier angebrochen, Samt berieben). [*]
Schätzpreis 450 €
Aufwändige Urkunde, am oberen Rand der Blätter jeweils mit auf 1837 datiertem Steuerstempel. Die Erhebung in den Adelsstand war am 17.9.1836 durch den Grafen Mittrowsky erfolgt, dem obersten Kanzler der Vereinigten Hofkanzlei. Er hat den Brief signiert, darunter finden sich Unterschriften weiterer Beamter, ganz am unteren Rand die Marginalie des Schreibers Emil Trimmel (?), der das Ganze für die Hofkanzlei geschrieben hat. – Pergament etwas gewellt, Schrift weitgehend unverwischt, die Bindebänder gut, Siegel ohne Brüche, insgesamt frisch.

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Lot 2
Festgeldkonten und eigene Sparkonten. Kontenbuch der Deutschen Bank Berlin mit überaus zahlreichen handschriftlichen Eintragungen. Um 1937-1950. Ca. 200 Bl. 37 x 33 cm. Halbleder mit Schraubheftung (Bezug teils fehlend, bestoßen und angeschlissen). [#]
Schätzpreis 1200 €
Links oben jeweils mit Eindruck des Bankenlogos, teils mit Angabe der Filiale. Bringt zu jedem Kontoinhaber Name und Adresse, Beruf, Datum, Belegnummer, Buchungstext, Beträge und weitere Bemerkungen, darunter Hinweise auf Todesfälle 1945-50 und spätere Adressen in Westdeutschland. Je einmal findet sich der Hinweis zum Kontoinhaber “Jude !” rot eingestempelt bzw. der Name “Sara” zusätzlich eingefügt. Unter den Kontoninhabern: Agrippina Versicherung, Lina “Sara” Bernstein (der einzige derartige Eintrag; die letzte Zahlung ging im Oktober 1944 an ein Konto der Oberfinanzdirektion), Deutscher Reichswirtschaftler-Tag, Eleonore von Ditfurth, Friedrich Glum (ehem. Generaldirektor der Kaiser Friedrich Gesellschaft), Wolff von Gordon (Drehbuchautor, später DEFA-Chefdramaturg), Architekten (Max) Taut und (Franz) Hoffmann (Einträge 1944 und 1950), Dora Lissowksi geb. Gordon (zu dieser Zeit aber schon in einer Klinik in der Schweiz lebend, trotzdem rot eingestempelt “Jude”, der einzige derartige Eintrag), zahlreiche Fachgruppen unterschiedlicher Richtungen. Die Eintragungen betreffen anfangs wohl zumindest teilweise Mietkonten, im zweiten Teil des Buches Sparkonten. – Teils gering fleckig, fingerfleckig, selten etwas verwischt, ordentlich.

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Lot 3 Lotze, Rudolf Hermann
Psychologie. Vorlesungsmitschrift. Deutsche Handschrift auf Papier. (Göttingen, um 1860). Ca. 160 S. 20 x 17 cm. Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild (bestoßen, Gelenke angeplatzt).
Schätzpreis 300 €
Der Name Lotzes (1817-1881) ergibt sich aus der Beschriftung des Rückenschildes. Der Namenszug auf dem ersten Blatt (vermutlich der des Schreibers) ist für uns nicht identifizierbar. Der Text bringt in der Hauptsache in 107 Paragraphen Lotzes Ausführungen, es folgen die Anthropologien von Kant und Fichte. Die letzten Blatt sind leer. – Wenig fleckig, gering gebräunt bzw. braunfleckig, gut.

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Lot 4 Mann, Thomas
Eigenhändige, beidseitig beschriebene, datierte und voll signierte Karte an Richard Kik. Kilchberg, 1.X.(19)54. Mit dem originalen, gelaufenen und von Erika Mann beschrifteten und an Richard Kik adressierten Briefumschlag.
Schätzpreis 300 €
Mann dankt für eine erhaltene Karte mit Informationen zu Albert Schweitzer: “Albert Schweitzer ist ein Mann, dem ich die größte Ehrerbietung entgegenbringe. Sein Leben ist heldenmäßig.” Schließt “Sehr herzlich grüßend Thomas Mann”. – Umschlag im Rand etwas knitterspurig, leicht fleckig, die Karte sehr gut.

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Lot 5
The Morrison papers. Documents relating to the military career and private life of Major-General William Lawtie Morrison, Royal Engineers, 1824-1885. 15 meist montierte Dokumente in Originalen oder beglaubigten zeitgenössischen Abschriften. 34 x 21 cm. Schmucklose Leinwand der Zeit (fleckig, berieben und lichtspurig).
Schätzpreis 300 €
Enthält zwei Testamente von Vorfahren 1779 und 1794, Belege für diverse Beförderungen, Taufzeugnisse der Kinder, Bescheinigung über die Beerdigung etc. – Dokumente teils gefaltet, gebräunt und fleckig, ordentlich.

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Lot 6 Münnich, Georg Dietrich von
Bescheinigung für den Feldscher und Chirurgus Daniel Gotthelf Dittmarsch. Deutsche Handschrift von Schreiberhand auf Pergament. Gesiegelt. Von Münnich eigenhändig signiert. Torgau, 31.12.1747. Ca. 37 x 61 cm. Mehrfach gefaltet. [#]
Schätzpreis 360 €
Bescheinigt dem 28jährigen Dittmarsch, dass er im Zweiten Regiment Garde zu Fuß dient. Ende des 18. Jahrhunderts ist Dittmarsch als “vormaliger Gräflich Brühl’scher Leibchirurgus” in Dresdener Adressbüchern nachweisbar. Weiteres zu ihm konnten wir nicht eruieren. – Partiell verwischt, Siegel gebrochen, sonst ordentlich.

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Lot 7
Rituale Romanum. Handschriftlicher Auszug. Lateinische Handschrift auf Pergament. Mit zahlreichen Rubrikationen. Ohne Ort, um 1700. 1 Bl., 16 Bl., 1 Bl., 4 Bl. 21,5 x 17 cm. Ganzleder der Zeit (berieben, beschabt, etwas wurmspurig). [#]
Schätzpreis 360 €
Beginnt mit dem Officium defunctorum und bringt dann weitere Auszüge aus dem Rituale, sicherlich privat als Auszug konzipiert, um nicht immer das ganze Rituale verwenden zu müssen. Bringt neben den Texten mit den üblichen Abbreviaturen auch Noten. Vor- und Nachblatt stammen aus einer nicht zugehörigen älteren Pergamenthandschrift und dienten wohl ursprünglich als Broschur, am Ende folgen vier deutlich spätere handschriftliche Seiten auf Papier mit Ergänzungen. Das letzte Pergamentblatt mit handschriftlichem Namenseintrag und Datierung “1700″, evtl. der Schreiber. – Nachgedunkelt, fleckig und deutlich fingerfleckig, etwas wellig.

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Lot 8
Sammlung von 60 Schriftstücken zu Conrad Leberecht Marschall zu Bieberstein und seinem Gut Reichstädt (Greiz). Deutsche Handschriften auf Papier. Vereinzelt gesiegelt. Um 1745-1755. Unterschiedliche Formate. Zusammen ca. 120 Blatt.
Schätzpreis 360 €
Beschäftigt sich im Wesentlichen mit Verwaltungsfragen und Finanziellem. – Gebräunt, teils etwas fleckig und tintenfleckig, angestaubt und knickspurig. – Nicht eingehend gesichtet, ohne Rückgaberecht.

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Lot 9 Schiffahrt
Log of HMS Hercules, commanded by Captain the Lord Gilford. Kept by Hugh Massy. Mit einem farbigen kalligraphischen Titelblatt sowie 17 einmontierten Original-Kartenskizzen. Englische Handschrift auf Papier. 1870-1872. Ca. 120 Bl. 32 x 20,5 cm. Original-Halbleder (beschabt, im Bereich der Kapitale kleine Fehlstellen).
Schätzpreis 450 €
Die Hercules (1868-1932) war das erste Kriegsschiff der britischen Marine, das mit einer 10 inch Kanone ausgestattet war. Bis 1874 diente sie in der Kanalflotte. Der Kommandeur Gilford (Richard James Meade, 4th Earl of Clanwilliam GCB KCMG) wurde später Admiral. Sehr saubere Handschrift, vermerkt werden jeweils Datum, Kurs, Wind und Wetter sowie besondere Vorkommnisse. Die Karten zeigen skizzenhaft die gemachten Fahrten, meist an die Westküste Afrikas. – Nur minimal gebräunt und fleckig, sauber.

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Lot 10 Schweitzer, Albert
Drei Original-Photographien von Albert Schweitzer, davon 2 signiert und mit eigenhändiger Widmung. Vintages. Silbergelatine. Zwei Abzüge montiert. Um 1955. Unterschiedliche Formate.
Schätzpreis 360 €
I. Signierte Aufnahme von Schweitzer und Richard Kik. Mit einer datierten eigenhändigen Widmung: “Liebe Lotte Kik. Da hast du eine schöne Aufnahme gemacht! Ich danke dir von Herzen … 1.9.55″. 8,5 x 13,5 cm. – II. Signierte Aufnahme von Schweitzer am Klavier sitzend. Mit einer eigenhändigen Widmung: “Beim Üben in Lambaréné … Herzlichst mit besten Gedanken … ” 11,5 x 10 cm. Zusammen mit III. auf Karton montiert. – III. Aufnahme von Schweitzer am Klavier sitzend. 8 x 13,5 cm. Zusammen mit II. auf Karton montiert. Karton mit der Notiz Kiks: “Lambarene Aug. 1956. Aufn. RKik” und mit einem Adressstempel Kiks versehen. – Abzüge teils minimal knickspurig, sonst gut.

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Lot 11 Schweitzer, Albert
Drei signierte Original-Photographien, davon eine mit eigenhändiger Legende und eine mit Widmung Albert Schweitzers. Vintages. Silbergelatine. Um 1955. Unterschiedliche Formate.
Schätzpreis 360 €
I. Datierte und signierte Porträtphotographie Schweitzers mit Widmung an Lotte Kik, datiert 18.8.54. 13,5 x 8,5 cm. Rückseitig mit einem Adressstempel von Lotte Kiks Vater Richard. – II. Signierte Photographie von Schweitzer an einem Seeufer. Rückseitig mit Montierungsspuren. 9 x 13,5 cm. – Leicht kratzspurig. – III. Signierte Photographie von 2 Schweinen in Lambaréné. Mit einer mehrzeiligen eigenhändigen Notiz Schweitzers: “Die Wildschweine Thekla und Isabella schlafen auf der Veranda vor meinem Zimmer…”. 12,5 x 10 cm. – Zwei Abzüge verso mit Spuren alter Montage, partiell gering ausgesilbert, sonst gut.

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Lot 12 Schweitzer, Albert
Eigenhändiger signierter und datierter Brief an Richard Kik. Gabun, Lambaréné, 25.2.1965. Beidseitig beschrieben. Schwarze Tinte auf Papier. Mit Adressstempel in der rechten oberen Ecke. 13,5 x 21 cm.
Schätzpreis 300 €
“Im Mai 1929 begegnete der damals 30-jährige Lehrer Richard Kik (1899-1969) erstmals Albert Schweitzer anlässlich eines Vortrags und Konzerts in Ulm. Kik war von Schweitzer derart fasziniert, dass er … beschloss, einen Albert Schweitzer-Freundeskreis zu gründen. Dieser Freundeskreis war eine Generation lang für die Existenz des Spitals in Lambarene von großer Bedeutung” (www.Albert-Schweizer-Zentrum.de). – Schweitzer dankt Kik für einen Brief und erklärt sich damit einverstanden, dass Kiks Frau zukünftig 500 DM pro Monat für ihre “fort und fort” geleistete Arbeit für das Spital erhalten wird. Außerdem bittet Schweitzer Kik, da er “an die 40 Jahre unentgeltlich für das Spital” gearbeitet hat, “20000 Mark anzunehmen, die ich dir persönlich zukommen lasse. Solches kann ich aus eigener Autorität machen – Nie hast du etwas bekommen in diesen 40 Jahren… Mit liebem Dank für alles, du lieber Freund…”. – Etwas knittrig.

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Lot 13 Schweitzer, Albert
Eigenhändiger signierter und datierter Lageplan vom Spital Lambaréné mit ausführlicher Legende. 21.2.1928. Zwei einseitig beschriebene Blätter. Schwarze Tinte und Kopierstift auf Papier. Ca. 17 x 33 cm (Plan) und 21 x 33 cm (Legende).
Schätzpreis 300 €
Von Schweitzer gezeichneter Lageplan seines an einem neuen Standort wieder aufgebauten Spitals. In der ausführlichen handschriftlichen Legende begründet Schweitzer teils die Lage der einzelnen Gebäude: “Der Hühnerstall muss ganz in der Nähe des Wohnhauses sein, damit man in der Nacht durch den Lärm der Hühner auf jede Gefahr aufmerksam wird…” und “Dieser Schuppen steht der großen Baracke, in der die Kranken behandelt, werden gegenüber, damit die Pflegerin auch über ihrer Arbeit die Heilgehilfen … und die Waschfrauen … überwachen kann, ohne aus dem Hause zu treten”. – Mit einigen Streichungen und Ergänzungen. – Plan im oberen Rand unregelmäßig beschnitten, mit senkrechtem Mittelfalz, leicht braunfleckig.

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Lot 14 Schweitzer, Albert
Eigenhändige “Zusammenfassung der bisherigen Mitteilungen”. Um 1926. Unsigniert. Zwei einseitig beschriebene Blätter. Schwarze Tinte auf Papier. 33 x 21 cm.
Schätzpreis 360 €
Albert Schweitzer schildert in groben Zügen die Entwicklung seines Spitals in Lambaréné in Gabun im Zeitraum von 1913 bis 1926. Er begründet ausführlich die Verlegung des Spitals zu einem neuen ca. 2 km entfernten Standort: Der Platz “hatte für ein Spital mit 40 Kranken angereicht. Nun aber galt es 150 Kranke und mehr zu beherbergen … Da brach im Spätherbst 1925, zur selben Zeit da eine schwere Hungersnot herrschte, eine große Dysenterieepidemie aus. Nun waren die Ärzte in der furchtbaren Lage, in einem schon überfüllten Spital Dysenteriekranke in Masse aufzunehmen und pflegen zu müssen, ohne diese ansteckenden Kranken von den anderen trennen zu können, weil die Isolierbaracken fehlten.” Aus der Sammlung des Freundes R. Kik stammend. – Mit einigen Streichungen und Ergänzungen im Text. – Im oberen Rand mittig einfach gelocht, mit Falzspuren.

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Lot 15 Schweitzer, Albert
Sammlung von 7 Büchern von Albert Schweitzer mit eigenhändigen Widmungen des Verfassers an Richard (6) und Lotte (1) Kik. Verschiedene Orte und Verlage, 1928-1962. 3 Original-Broschuren, 4 Original-Leinenbände (Broschuren und 3 Leinenbände mit durchsichtiger Klebefolie bezogen, teils etwas fleckig und mit kleineren Randläsuren).
Schätzpreis 600 €
Zwei Widmungen auf montierten Schildchen. Die Sammlung enthält u.a. die Titel: I. Die Mystik des Apostel Paulus. Tübingen, Mohr, 1930. XV, 407 S. – II. Die Weltanschauung der indischen Denker. München, Beck, 1935. XI, 201 S. – III. Goethe. Drei Reden. München, Biederstein, 1949. 67 S. – IV. Zwischen Wasser und Urwald. 67.-81. Tausend. München, Beck, 1926. 3 Bl., 169 S. – Etwas braunfleckig und mit Anstreichungen. – V. Kultur und Ethik. Sonderausgabe mit Einschluß von Verfall und Wiederaufbau der Kultur. München, Beck, 1960. 372 S.

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Lot 16 Schweitzer, Albert
Sammlung von 7 Büchern von Albert Schweitzer mit eigenhändigen Widmungen des Verfassers an Richard Kik. Verschiedene Orte und Verlage, 1928-1956. 5 Original-Broschuren, 1 Original-Leinenband und 1 Original-Halbleinenband (3 Broschuren, der Leinen- und der Halbleinenband mit durchsichtiger Klebefolie bezogen, teils etwas fleckig und mit kleineren Randläsuren).
Schätzpreis 450 €
Zwei Widmungen ohne Signatur, zwei auf montierten Schildchen. – Die Sammlung enthält u.a. die Titel: I. Das Christentum und die Weltreligionen. 12.-13. Tausend. München, Beck, ohne Jahr. 57 S. – Etwas braunfleckig und mit Anstreichungen mit Bleistift. – II. Die psychiatrische Beurteilung Jesu. Darstellung und Kritik. Tübingen, Mohr, 1913. VII, 46 S., 1 Bl. – Unbeschnitten, Block gebrochen, etwas braunfleckig. – III. Aus meinem Leben und Denken. Leipzig, Meiner, 1931. 211 S. – Fleckig und mit einigen Anstreichungen, Einband einseitig gelöst, 1 Blatt lose. – IV. Verfall und Wiederaufbau der Kultur. München, Beck, 1925. 4 Bl., 65 S. – Etwas braunfleckig, mit Anstreichungen und Notizen.

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Lot 17 Schweitzer, Albert
Zwei Original-Photographien und eine gedruckte photographische Abbildung mit eigenhändigen Widmungen Schweitzers, 2 davon mit Signatur. Vintages. Silbergelatine. Ein Abzug montiert. Ca. 1955-1963. Unterschiedliche Formate.
Schätzpreis 300 €
I. Porträtphotographie Schweitzers mit eigenhändiger Widmung: “Der evang. Jugendschaft ??? in Karlsruhe”. Rückseitig mit dem Stempel “Aufn.: R. Kik…” 12 x 8,5 cm. – II. Signierte und datierte Photographie von Schweitzer und Richard Kik vor Schweitzers Haus in Günsbach. 1955. Mit der Widmung: “Lotte Kik zum Gedenken an den Vater und mich”. 12 x 9,5 cm. – III. Signierte Photographie Schweitzers in Lambaréné. Mit eigenhändiger Widmung: “Richard Kik zum Gedenken an die Frühlingstage 1963 in Lambaréné. Herzlichst …” 15 x 10,5 cm auf Pappe montiert. – Leicht kratzspurig, partiell ausgesilbert.

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Lot 18 Trotzki, Leo
Eigenhändige dreizeilige datierte und signierte Widmung an Kapitän Fr. M. Sundberg. Mit der eigenhändigen Unterschrift (Vorname) seiner Frau Natalja. 1. Januar 1937. Ca. 23 x 13 cm. [*]
Schätzpreis 600 €
Auf dem (nachträglich ausgerissenen) Vorsatzblatt von: Trotzky, Leon. The History of the Russian Revolution. 2 Bände in 1 Band. New York, Simon and Schuster, 1936. XXII, 482 S., 1 Bl.; 1 Bl., IX, 504 S., 1 Bl. – Die Widmung entstand während Trotzkis streng geheimer Überfahrt von Oslo nach Mexiko, wo er am 9. Januar mit seiner Frau Natalja Sedowa im Ölhafen von Tampico eintraf und später in Frida Kahlos blauem Haus in Coyoacán empfangen wurde. – “To Mr. Fr. M. Sundberg, captain of the ‘Ruth’ from two thankful passengers…” – Beiliegend ein norwegischer Zeitungsausschnitt der Zeit mit einem Bericht über Trotzkis Überfahrt. – Neben der Unterschrift von fremder Hand das falsch (23.8.) vermerkte Todesdatum Trotzkis. – Vorsatzblatt lose (ausgerissen) und mit Spuren eines Klebestreifens.

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Lot 19 Vollgraff, Carl Friedrich
Staats-Recht. Elemente des dermalen in ganz Europa geltenden Staatsrechts. Einleitung und Grundlegung zum Verständnis des particularen Staats-Rechts. Mitschrift der Vorlesung, Marburg 1851. Deutsche Handschrift auf Papier. 90 S. 28 x 22 cm. Marmorierte Halbleinwand der Zeit (bestoßen und beschabt). [#]
Schätzpreis 300 €
Aus dem Besitz und evtl. von der Hand eines Adolph Blomeyer, so der anfängliche Namenszug. Vollgraff war seit 1820 in Marburg Dozent, später daselbst Professor für Staatswissenschaften, Staatsrecht und Nationalökonomie. Sein Denken war rückwärtsgewandt, er kann als einer der Vorläufer der Kulturpessimisten vom Schlage eines Spengler gelten und ist in seiner Kombination von Jus, Historie, Soziologie und Ethnologie auch heute noch von Interesse. – Als zweite Handschrift findet sich im Band, von derselben Hand, eine Mitschrift zum Handels-Wechsel-See-Recht, ohne Nennung des Dozenten, wohl eher nicht von Vollgraff. 63 S. – Papierbedingt gebräunt, selten etwas braunfleckig, recht gut.

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Lot 20 Wachsmuth, Helene
Reisetagebuch “Aufzeichnungen aus unserer Reise nach Locarno”. Deutsche Handschrift auf 56 beidseitig beschriebenen Blatt. 1896. 15,5 x 10 cm. Halbleinwandband mit handschriftlichem Deckeltitel (etwas fleckig, berieben und bestoßen). [#]
Schätzpreis 300 €
Schilderungen der Malerin und Schriftstellerin Helene Wachsmuth (1844-1931), die im Februar/März 1896 in Begleitung ihres Sohnes Georg nach Locarno reist. – Die Vorsitzende des Deutschen Schriftstellerinnenbundes beschreibt neben Begegnungen, Unterkünften etc. vor allem Landschaftseindrücke, die sie immer wieder auch zum Malen anregen. – So liegt eine vierseitige, als “Beschreibung der Entstehung des Ölbildes vom Vierwaldstätter See von Tante Helene Wachsmuth” bezeichnete Abschrift bei. – Am Ende der Kladde finden sich 13 meist beidseitig beschriebene Blatt mit als “Kriegsstücke” betitelten Rezepten, u.a. einer “Torte ohne Butter, sehr wohlschmeckend, sehr schön aussehend”. – Weitere Beigaben: 1. Handschriftlicher Brief von Helene Wachsmuth an “Frau Bankdirektor Frank, Leipzig”, datiert “28. Mai, 1921″. – 2. Durchschlag eines Typoskripts von Rudolf Steiner. – Die Variante des Gedichts “für Marie Steiner zum 15. März 1916″, das sich im Notizbuch 262 des Meisters findet, kam wohl über den persönlichen Assistenten Steiners, Guenther Wachsmuth, in den Familienbesitz. – Papierbedingt etwas gebräunt.

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Lot 21 Allgemein – Blumenbach, Johann Friedrich
Beyträge zur Naturgeschichte. 2 Teile in 2 Bänden. Mit 9 gestochenen Titel- und Textvignetten, davon 4 in Teil 1 von Chodowiecki. Göttingen, Dieterich, 1806-1811. XII, 131; 144 S. 15,5 x 9 cm bzw. 15 x 9 cm. Halbleinwandbände (um 1850) mit handschriftlichem Rückentitel.
Schätzpreis 300 €
Teil 1 in 2. Ausgabe (EA 1790), Teil 2 in erster Ausgabe. – Goedeke VI, 236, 2. – “Blumenbach (1752-1840) kann mit Recht als der Vater der modernen Naturforschung bzw. der Naturgeschichte gelten, und zwar in Hinblick auf seine strenge Bezogenheit aller seiner Arbeiten auf das Objekt” (NDB II, 329f.). – Enthält 16 Aufsätze wie: Über die Veränderlichkeit in der Schöpfung; Die Ausartung der organisirten Körper; Ausartung des vollkommensten aller Hausthiere – des Menschen; Eintheilung des Menschen in fünf Hauptrassen; Ueber die Neger ins besondre; Vom Homo sapiens serus Linn. und namentlich vom Hamelschen wilden Peter u.a.

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Lot 22 Allgemein – Browne, Thomas
Pseudodoxia epidemica: or, enquiries into very many received tenents, and commonly presumed truths. The Fifth edition, with marginal observations, and a table alphabetical. Whereunto are now added two discourses. The one of Urn-Burial, or Sepulchrall Urns, lately found in Norfolk. The other of the Garden of Cyrus, or network plantations of the ancients. Both newly written by the same author. Mit gestochenem Porträt und 2 gestochenen Tafeln. London, Edward Dod, 1669. 7 Bl., 414 (recte 418) S., 5 Bl., 70 S., 9 Bl. 21,2 x 16 cm. Roter Halblederband (18. Jahrhundert) mit Rückentitel (berieben und etwas bestoßen).
Schätzpreis 450 €
Fünfte Ausgabe (EA 1646) eines seiner Hauptwerke, die letzte zu seinen Lebzeiten. – Keynes 74 – Krivatsky 1835 – Hirsch/H. I, 723. – Behandelt Irrtümer aus fast allen Bereichen der Natur- und Geisteswissenschaften. – Porträt, 1 Zwischentitel und 1 Tafel etwas tintenfleckig, etwas gebräunt bzw. braunfleckig, wenige Wurmgänge im Rand.

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Lot 23 Allgemein – Kircher, Athanasius
D’onder-aardse weereld. 2 Teile in 1 Band. Mit gestochenem illustrierten Titel, gestochener Titelvignette, 13 (9 doppelblattgroßen, 4 gefalteten) Kupfertafeln und -karten, 80 teilweise ganzseitigen Textkupfern und zahlreichen Textholzschnitten. Amsterdam, Janssonius, 1682. 8 Bl., 425 S., 5 Bl., 4 Bl., 415 S., 6 Bl. 40 x 25 cm. Pergamentband der Zeit mit blindgeprägten Deckelvignetten und Rückenschild (Gelenke oben ca. 16 cm angeplatzt, Deckelbezug mit Einriss).
Schätzpreis 4500 €
Einzige niederländische Ausgabe. – Nissen, ZBI 2196 (nennt 14 Tafeln) – Sabin 37968 – Brunet III, 668 – vgl. De Backer/S. IV, 1060, 21 – Dünnhaupt 16.1 – Ferguson I, 467 – Universale Bildung im Barock, Katalog Rastatt, 17 und 3.1: “Der ‘Mundus subterranus’ ist einer der ersten Versuche, die Erde und deren Struktur von einem physikalischen Standpunkt aus zu beschreiben. In Kirchers Augen sind die verborgenen Kräfte der Sternenwelt und überhaupt alle Kräfte und Wirksamkeiten des Universums im Erdkörper zusammengedrängt, der von Gott als Wohnstätte der Menschen, des Beschauers der göttlichen Werke und Bewunderers des göttlichen Weltarchitekten geschaffen wurde”. – “Eines von Kirchers bedeutendsten Werken; behandelt sämtliche Bereiche der Naturwissenschaft, vornehmlich Geologie, Geophysik, Vulkanismus, Mineralogie, Metallurgie und Bergbau. In Buch XI wendet sich Kircher gegen Alchemie” (Dünnhaupt). – Enthalten ist auch eine umfangreiche Abhandlung über den Gold- und Siberbergbau in Amerika sowie vieles aus dem Bereich des Volksglaubens, wie Riesen, Drachen, Chimären, von der Wiederbelebung einer zur Asche verbrannten Pflanze, Astrologie, Kabbala etc. – Ohne die beweglichen Teile zu den Holzschnitten auf den S. 185 und 187 und ohne die 4 Tabellen. – 1 Bl. verbunden, nur teilweise etwas gebräunt bzw. fingerfleckig. Sehr gutes nahezu fleckfreies Exemplar.

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Lot 24 Allgemein – Kunckel von Löwenstern, J
Wieder neu aufgerichtete und vergrösserte in zwey Theilen angewiesene curieuse Kunst- und Werck-Schul, deren erster Theil meistens allerley erdenkliche … Feuer-Künste vorstellet. Mitgetheilet durch J. K. (= J. Kunckel von Löwenstern). Teil 1 (von 2). Mit gestochenem Frontispiz und ca. 100 Textholzschnitten. Nürnberg, Zieger, 1705. 3 Bl., 1357 S., 28 Bl. 19,5 x 16,5 cm. Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückenschild (fleckig, eine Ecke erneuert).
Schätzpreis 450 €
In sich abgeschlossener erster Teil mit Register. – Ferchl 289 – Darmstädter, Probierbüchlein 103 – nicht bei Ferguson und Duveen. – Enthält laut Untertitel: 1. Die wahre Erkäntnus der Ertzen und Metallen. – 2. Die schöne Form-Kunst. – 3. Allerhand schöne Glas-Künste (nicht bei Duncan). – 4. Von denen natürlichen Edelgesteinen. – 5. Chymische Secreta und Medicinalia. – Die Holzschnitte zeigen technische und chemische Instrumente und Vorrichtungen, optische Figuren etc. – Kunckel ist der berühmte Erfinder des Rubinglases. – Teilweise etwas fleckig bzw. gebräunt, teilweise schwach wasserrandig, Titel etwas knapp beschnitten, teilweise unterlegt und etwas mit Bl. A2 verklebt, Titelkupfer mit kleinen hinterlegten Löchlein, Vorsatz erneuert, vorderes Innengelenk gelockert. Gutes Exemplar.

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Lot 25 Allgemein – Lachmann, Alexander
Waarenkunde in Wort und Bild. Für Kaufleute und Fabrikanten. Mit 73 (65 kolorierten) lithographischen Tafeln. Leipzig, Schäfer, 1855. VI, 514 S. 25,5 x 17,5 cm. Halbleinwand (um 1900) mit aufgezogenem Lederrücken der Zeit (Kanten und Rücken berieben).
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe der seltenen “Waarenkunde”. – Die schönen kolorierten Tafeln (meist “lith. v. M. Prescher”) zeigen Kaffee- und Teepflanzen, Zuckerrohr, Hopfen, Trauben, Kakteen, Pfeffer, Feigen, Dattelpalmen, Fische, Schildkröten, Baumwolle, Sandelholz, Tabak, Zitrusfrüchte, zahlreiche Gewürze, Sagopalmen, Büffel, eine Korkeiche u.v.m.; die schwarz-weißen Tafeln mit technischen Abbildungen von Kaffeemühlen, Ölpressen, Maschinen für die Zuckersiederei und Bierbrauerei, die Papierfabrikation, die Branntweinbrennerei sowie von Dampfmaschinen. – Am Anfang wenige Blatt etwas angerändert, Text teilweise stärker gebräunt, die Tafeln meist nur im Rand leicht gebräunt bzw. etwas fingerfleckig.

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Lot 26 Allgemein – Leeuwenhoek, Antony van
Arcana naturae detecta. 2 Bände. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz, gestochenem Titel und 25 (von 27; 15 gefaltete) Kupfertafeln. Delft, Krooneveld, 1695. 3 Bl., 568 S., 7 Bl. – Und: Derselbe. Arcana naturae, ope & beneficioexquisistissimorum microscopiorum. Edition altera. Mit gestochenem Titel, 11 (4 gefalteten) Kupfertafeln und zahlreichen Textkupfern. Leiden, Boutestein, 1696. 10 Bl., 56 S., S. 49-53, S. 56-58, 232 S., S. 231-258. Und: Derselbe. Continuatio epistolarum, datarum ad longe celeberrimam Regiam Societatem Londinensem. Editio altera. Mit 10 (2 gefalteten) Kupfertafel. Leiden, Boutestein, 1696. 1 Bl., 124 S. Und: Derselbe. Continuarum arcanorum naturae detectarum. Mit 7 (1 gefalteten) Kupfertafeln. Leiden, Lamgerak, 1722. 5 Bl., 192 S., 8 Bl. 19,5 x 16 cm. Zwei spätere hellbraune Lederbände (um 1900) mit je 2 goldgeprägten Rückenschildern, blind- und goldgeprägtem Rücken, Innenkantenvergoldung und blindgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, signiert “Levins bokbinderi, Uppsala” (Rücken aufgehellt, Kanten leicht berieben). [*]
Schätzpreis 3600 €
Erster Teil in erster die anderen in zweiter Ausgabe. – PMM 166 (erster Teil) – Dobell 25, 22, 24, 26A – Waller 10877, 10878, 10883, 10881. – Die 4 Teile beinhalten Leeuwenhoeks Briefe an die Royal Society in London Nr 28-107. Der erste Teil beinhaltet die erste Ausgabe der Briefe 84-92 und die erste lateinische Ausgabe der Briefe 32-33, 37, 39-41 und 61-83. – Antony van Leeuwenhoeks (1632-1723) Briefe teilen eine Fülle von Entdeckungen und Erforschungen aus der Biologie mit, die der Autor größtenteils mit Hilfe seines von ihm entwickelten Mikroskops gewann. – “Leeuwenhoek machte auf dem Gebiet der menschlichen Anatomie und dem der höheren und niederen Formen tierischen wie pflanzlichen Lebens bedeutende Entdeckungen” (PMM). – Leeuwenhoek entdeckte u.a. die roten Blutkörperchen, die Infusionstierchen, die Querstreifung der Muskeln, die parthenogenetische Fortpflanzung der Blattläuse. Er schrieb selbst keine Bücher, seine Entdeckung wurden durch seine Briefe an Henry Oldenburg und andere Mitglieder der Royal Society bekannt. – Vorsätze mit aufgeklebtem Adressschild von Henry John Carter (1813-1895) aus Devon der als Militärchirurg in Bombay tätig war und ab 1859 Fellow der Royal Society. – Vorsätze mit handschriftlichem Besitzvermerk von Percy Frankland (1858-1946) einem britischen Professor der Chemie an der Universität von Dundee und Birmingham und ab 1891 Fellow der Royal Society. – Innenspiegel mit Exlibris von Nils Fries (1912-1994) einem Professor der Botanik an der Universität Uppsala. – Unbeschnitten. – Teils leicht gebräunt und etwas fleckig, insgesamt sehr schönes Exemplar in dekorativen Einbänden.

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Lot 27 Allgemein
Le Journal des Scavans. 298 (von 323) Bände in 304 Bänden. Mit teils gefalteten Kupfertafeln und Textkupfern. No. 1-170. Amsterdam, Le Grand, 1679-1753. No. 1-79. Combine avec les memoires de Trévoux. Suite des CLXX volumes de Journal des Scavans. Amsterdam, Rey, 1754-1763. No. 1-74. Avec des extraits des meilleures journaux de France & d’Angleterre. Suite des CLXX. volumes du Journal des Scavans, & des LXXIX. Volumes du même Journal combiné avec les mémoires de Trévoux. Amsterdam, Rey, 1764-1774. Ca. 13 x 7,5 cm. Lederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, 2 Rückenschildern und goldgeprägten Wappensupralibros auf dem Deckel (bei ca. 75 Bänden) bzw. mit ornamentalen Deckelfileten und Wappensupralibros auf beiden Deckeln (etwas berieben, ca. 50 Bände mit kleineren Fehlstellen, Einrissen an den Kapitalen und Wurmspuren, 30 Bände mit mindestens einem fehlenden Rückenschild, ca. 20 Bände mit stark beriebenem Rücken, teils mit Wurmlöchern und etwas bestoßen, Deckel teils wurmspurig).
Schätzpreis 12000 €
Das von Denis de Sallo begründete Journal des Scavans ist die älteste wissenschaftliche Zeitschrift Europas. – Graesse III, 487: “Ce Journal de savants est le plus ancien et le plus célèbre de tous les journaux littéraires, non seulement francais, mais de toute l’Europe. Il a survécu á toutes les vicissitudes du gouvernemente politique et jouit encore aujourd’hui de la plus grande autorité parmi les véritables savants du monde, grâce á la sagesse du gouvernemente francais qui a su jusqu’ici réunir et attacher á la surintendance et à la collaboration de ce code de critique une série non interrompue de tous les grands erudits de son pays, en n’épargnant pas les frais pour soutenir ce journal au niveau des connaissances universelles”. – Die erste Ausgabe erschien als zwölfseitige Broschur am 5. Januar 1665. Das Journal wurde damit ein paar Monate vor den Philosophical Transactions der Royal Society in London herausgegeben. Die Veröffentlichung wurde von 1792-1797 eingestellt, danach erschien sie unter dem Titel Journal des Savants, allerdings erst ab 1816 wieder regelmäßig. – Die Wappen auf den Deckeln stammen von dem dänischen Adelsgeschlecht Moltke. – Die Bände 17, 18, 21 und 25 der dritten Serien liegen in schlechtem Zustand bei (Blöcke mehrfach gebrochen, Blätter lose, Decken gelöst und mit Fehlstellen). – Ohne die Bände 4, 32/1, 45, 47, 62, 114, 131, 145, 147, 156, 163, 167 und 170 der ersten Serie, 4; 14 und 43 der zweiten Serie und 16, 17, 18, 20, 21, 22, 25, 27 und 28 der dritten Serie. – Nicht eingehend kollationiert, augenscheinlich komplett. Ohne Rückgaberecht. – Sechs Bände der ersten Folge mit teilweise stärkeren Verklebungen durch Wasserschaden, meist sauber und kaum fleckig. – Sehr umfangreiche Reihe der dekorativ gebundenen Zeitschrift.
298 (of 323) vols bound in 304 vols. With engr. plates and text-engravings. Contemp. full calf with 2 labels, richly gilt. Ca. 75 vols with supralibros to covers (somewhat rubbed, ca. 50 vols with small defects, 30 vols lacking one or two labels, ca. 20 vols with rubbed spines and some worming). – Added are vols 17, 18, 21, 25 of the 3rd series, in bad condition. – First series lacking vols 4, 32/1, 45, 47, 62, 114, 131, 145, 147, 156, 163, 167, 170; second series lacking vols 14, 43; third series vols 16-18, 20-22, 25, 27, 28. – 6 vols of first series with water damage, overall in very good condition and decoratively bound. – Not entirely collated. Sold with all faults.
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Lot 28 Allgemein – Scheuchzer, Johann Jakob
Kupfer-Bibel, in welcher die Physica Sacra, oder geheiligte Natur-Wissenschafft derer in Heil. Schrifft vorkommenden natürlichen Sachen, deutlich erklärt und bewährt … Ausgegeben und verlegt durch J. A. Pfeffel. 4 Teile in 4 Bänden. Mit gestochenem Frontispiz 2 (von 3) gestochenen Porträts und 759 (von 760) Kupfern auf 757 (von 758; 5 doppelblattgroßen) Tafeln. Augsburg und Ulm, Wagner, 1731-35. 39,5 x 25,5 cm. Lederbände der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgeprägten Rückentiteln (berieben, bestoßen, 4 Gelenke angeplatzt, ein Buchdeckel gelockert, schmale Fehlstellen an den Kapitalen, etwas fleckig). [*]
Schätzpreis 6000 €
Erste deutsche Ausgabe, die gleichzeitig mit der lateinischen erschienen ist. – Nissen 3659 – Faber du Faur 1855. – Nahezu vollständiges Exemplar der prachtvoll illustrierten Kupfer-Bibel. – Die Kupfer wurden u.a. von Sperling, Corvinus, Friedrich, Heumann, Sedlezky und Tyroff nach Vorlagen des Züricher Malers Johann Melchior Füssli angefertigt. – Mit Illustrationen aus zahlreichen Bereichen, darunter Botanik, Zoologie, Astronomie, Geographie, Architektur, Emblematik und Religion. Die Darstellungen meist mit aufwändigen Rahmeneinfassungen mit Blatt-, Ranken- und Muschelwerk. – Der Schweizer Naturforscher und Arzt Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) wurde vor allem durch seine Deutung von Fossilien als Überbleibsel der Sintflut bekannt. – “Besonders bemerkenswert sind S.s einzigartig gebliebenen Versuche einer naturwissenschaftlichen Exegese der Hl. Schrift, nämlich die ‘Jobi Physica Sacra’ (1721) und sein Spätwerk, die vierbändige ‘Physica Sacra’” (NDB XXII, 711). – “In Scheuchzer’s gigantic work, the Baroque attains, philosophically as well as artistically, its high point and its conclusion” (Faber du Faur). – Die Kupfer 37-39 auf einem Doppelblatt, die Nummern 340 und 446 wurden in der Zählung übersprungen. – Es fehlt lediglich die Tafel 162. – Teils geringfügig stockfleckig und gebräunt, Band IV sowie Vorsätze und Titel etwas stärker betroffen, ca. 5 Tafeln mit kleinen Randeinrissen, Titel mit gelöschten Stempeln.

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Lot 29 Allgemein – Schott, Caspar
Magia univeralis naturae et artis, sive recondita naturalium & artificialium rerum scientia. 4 Bände. Mit 4 Kupfertiteln und 90 (von 91; 9 gefaltenen) Kupfertafeln. Würzburg, Schönwetters Erben, 1657-1659. 21 x 17 cm. Pergamentbände der Zeit (Bände 1-2 und 3-4 abweichend, etwas berieben und bestoßen, Band 3 mit Fehlstelle am unteren Kapital).
Schätzpreis 4500 €
Erste Ausgabe von Schotts Hauptwerk, einer Enzyklopädie der exakten Naturwissenschaften auf dem Stand der Zeit. – RISM B VI/2, 770 – MGG XII, 53 – De Backer/S. VII, 905 – Dünnhaupt 3811ff, 4.I-IV.1 – Thorndike VII, 590f. – Poggendorff II, 838 – Caillet III, 10003. – Behandelt auch angewandte Physik und Technik mit Randgebieten wie Pyrotechnik, Kryptographie, Magnetismus, Chiromantie, Physiognomie etc. Band 2 ausschließlich zur Musik. – Eine Falttafel mit zwei Tafeln. – Vorderes Innengelenk von Band 1 und beide von Band 3 lose, 1 Doppelblatt lose, Band 2 mit wenigen Wurmgängen (meist im Rand), 1 Bl. mit geklebtem Einriss, teilweise stockfleckig und gebräunt, die Bände 3 und 4 teilweise papierbedingt stark gebräunt.
First edition. – 4 vols. With 4 engr. titles and 90 (of 91; 9 fold.) engr. plates. Contemp. full vellum (bindings of vol. 1-2 and 3-4 differ, somewhat rubbed, lower spine of vol. 3 with missing piece). – Inner front hinge of vol. 1 and both inner hinges of vol 3 cracked, 1 double-leaf loose, vol. 2 with some worming mostly to margins, 1 leaf with repaired tear, partly foxed and brownstained, vols 3 and 4 with strong browning in places due to paper.
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Lot 30 Astronomie – Clavius, Chr
Astrolabium. Mit Titelholzschnitt und zahlreichen, teils ganzseitigen Textholzschnitten. Rom, Gabiana für B. Grasso, 1593. 24 Bl., 759 (recte 749) S., 1 Bl. 22 x 15,5 cm. Flexibler Pergamentband der Zeit (Rücken mit Bibliotheks-Signatur, etwas berieben).
Schätzpreis 1200 €
Erste Ausgabe. – Adams C 2093 – IA 140.838 – De Backer/S. II, 217,9 – Lalande 125 – Houzeau-L. 3291 – Zinner, Asronomische Instrumente, 280: “Clavius wurde 1537 im Bistum Bamberg geboren … studierte in Coimbra und wurde Lehrer am Jesuitenkolleg zu Rom, wo er am 6. Februar 1613 starb. Durch seine eingehenden Untersuchungen über Sonnenuhren und Astrolabe und seine Bücher darüber und über die Shera des Joh. de Sacrobosco übte er einen großen Einfluss aus. Bekannt wurde er durch seine Teilnahme an der gregorianischen Kalenderreform.” – “C’est dans cet ouvrage qu’on trouve le premier apercu de la methode de multiplication au moyen des fonctions circulaires, qui a recu le nom de prostaphérèse” (Houzeau-L.). – Nur wenige Blatt etwas stärker gebräunt, teilweise im Rand etwas wasserfleckig, Titel mit Eckausriss unten (bis an den Textrand), S. 757/58 lose.
First edition. – With title woodcut and numerous, some full-page, text-woodcuts. Period-style full vellum with slipcase. – Endpapers with old notes, title with rebacked cut-out and marginal loss, erased stamp and name, occasional foxing otherwise a very good and clean copy.
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Lot 31 Astronomie – Gruithuisen, Franz von Paula
Ueber die Natur der Kometen, mit Reflexionen auf ihre Bewohnbarkeit und Schicksale; bey Gelegenheit des Kometen von 1811. Mit gestochenem Frontispiz, 3 gefalteten Kupfertafeln und 2 gefalteten Tabellen. München, Lentner, 1811. 368 S. 18 x 10 cm. Pappband der Zeit mit Rückenschild (berieben, Kapitale bestoßen, hinteres Gelenk angebrochen). [*]
Schätzpreis 300 €
Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 965 – Rosenthal, BMP 3587 – nicht bei Houzeau-L. – Gruithuisen (1774-1852) war Prof. für Astronomie an der Universität München. – “Sein nicht geringes Verdienst bestand darin, im Kampf gegen die romantische Naturphilosophie der beobachtenden und experimentellen Forschung das Wort geredet zu haben … Erst Spätere machten auf die Fülle wertvoller und vorausgreifender Gedanken in G.s Publikationen aufmerksam” (NDB VII, 211). – Etwas gebräunt.

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Lot 32 Astronomie – Melanderhjelm, Daniel und Paolo Frisi
De theoria lunae commentarii. Mit gestochener Titelvignette und einer mehrfach gefalteten Kupfertafel. Parma, Ex Typographia Regia (das ist: Bodoni), 1769. 86 S. 23,5 x 17 cm. Pappband (um 1800) (etwas berieben und bestoßen, Ecken mit minimalen Bezugsfehlstellen). [*]
Schätzpreis 600 €
Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 109 – Brooks 10 – Riccardi I, 487 – Montucla, Historie IV, 77. – Frühe Arbeit zu Mondbewegungen des schwedischen Mathematikers und Astronomen Daniel Melander (nach seiner Erhebung in den Adelsstand 1778: Melanderhjelm, 1726-1810), der Kommentar von dem italienischen Mathematiker und Astronomen Paolo Frisi (1728-1784). – Titel und Tafel minimal fleckig, durchgehend mit Löchlein im weißen rechten Rand, sonst sehr sauberes Exemplar.
First edition. – With engr. title-vignette and fold. engr. plate. Later boards (somewhat rubbed). – Title and plate with minor staining, small hole to right margin throughout, else a very clean copy.
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Lot 33 Biologie – Botanik – Duhamel du Monceau, Henri Louis
Natur-Geschichte der Bäume darin von der Zergliederung der Pflanzen und der Einrichtung ihres Wachsens gehandelt wird; als einer Einleitung zur vollständigen Abhandlung von Wäldern und Hölzern. Aus dem Französischen übersetzt von Carl Christoph Oelhafen von Schöllenbach. 2 Bände. Mit gestochener Kopfvignette und 50 gefalteten Kupfertafeln. Nürnberg, de Launoy für Winterschmidt, 1764-1765. 14 Bl., 276 S., 2 Bl.; Titel, 291 (recte 293) S., 1 Bl. 24 x 19,5 cm. – Beigebunden: Derselbe. Erklärung von Kunst-Wörtern aus der Botanic und von dem Landbau. Ebda. 1765. Titel, 2 Bl., 98 S. Halblederbände der Zeit mit je 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (Kapital von Band 2 eingerissen, Ecken und Kanten beschabt und bestoßen).
Schätzpreis 600 €
Erste deutsche Ausgabe. – Nissen 543 – Fromm 7660 und 7659 – DSB IV, 224 – Cobres 516, 52 (ebenfalls mit dem Beiband): “Ein vortreffliches Werk.” – Wöllner 455: “Dieser Uebersetzung kann man alles Lob zugestehen, indem sie treu und in fließender Schreibart abgefasset ist.” – Die “Nachricht des Verlegers” hier im Anhang eingebunden. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, vereinzelt kleine Marginalien in Tinte, stellenweise leicht gebräunt und etwas braunfleckig.

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Lot 34 Biologie – Botanik – Hegetschweiler, Johann
Sammlung von Schweizer Pflanzen, nach der Natur und auf Stein gezeichnet von J. D. Labram. 80 Hefte in 5 Bänden. Mit 480 kolorierten Tafeln von J. D. Labram. Zürich, Esslingen, (1826-1834). 18,3 x 11 cm. Pappbände der Zeit mit handgeschriebenen Rückentiteln (stärker berieben und bestoßen, Gelenke teils etwas lädiert, bei einem Band gebrochen, Rücken etwas geblichen).
Schätzpreis 2400 €
Erste Ausgabe. – Nissen 838 – Pritzel 3904. – Eines der Meisterwerke botanischer Buchillustration in der Schweiz, komplett mit allen kolorierten Tafeln, ohne die “Neue Folge”. – Der Mediziner und Botaniker J. Hegetschweiler (1789-1839) initiierte in Zürich den Botanischen Garten. – Die Tafeln sind von Hand nummeriert, in Bd. III etwas ungenau. – Die meisten Blatt unbeschnitten, alle im Falz verstärkt, Tafeln 65 und 66 in Bd. III sind je 3 x enthalten (1 x unkoloriert), Bd. III mit stärker braunfleckigen Rändern, wenige Blatt etwas fleckig, Bindungen teils gelockert, einigen Lagen lose.

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Lot 35 Biologie – Botanik – Kotschy, Carl Georg Theodor
Die Eichen Europa’s und des Orient’s. Gesammelt, zum Teil neu entdeckt und mit Hinweisung auf ihre Culturfähigkeit für Mittel-Europa etc. beschrieben. Mit 35 (von 40) farbigen, lithographischen Tafeln. Wien und Ölmütz, Hölzel (1858-)1862. 4, 40 Bl. (Tafelerklärungen). 53,5 x 35 cm. Original-Leinenband mit Blind- und Goldprägung auf dem Vorderdeckel (Gelenke teilweise eingerissen, etwas berieben). [*]
Schätzpreis 900 €
Einzige Ausgabe, selten. – Nissen, BBI 1094 – Stafleu-C. 3890 – nicht bei Mantel. – Deutsch-französischer Paralleltext. – Kotschy bereiste intensiv den Orient, war als Botaniker mit Russegger auf der großen Reise nach Ägypten, den Sudan und nach Kleinasien unterwegs. – Wichtige Spezialmonographie mit schönen, dekorativen Tafeln; diese zeigen einzelne Zweige der verschiedenen Eichen, blühend oder mit Eicheln. – Es fehlen die Tafeln 13, 15, 20, 31 und 33. – Stempel auf Titel, wenige Tafeln etwas stärker gebräunt.

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Lot 36 Biologie – Botanik – Laurent, J
Abregé pour les arbres nains, et autres. Paris, Saugrin, 1759. 12 Bl., 137 S., 3 Bl. 14,5 x 8 cm. Pergamentband der Zeit (Deckel leicht gewellt).
Schätzpreis 360 €
Späte Ausgabe (EA 1675) der seltenen Abhandlung über Zwergbäume. – Vgl. Quérard, Supercheries II, 405. – Der Verfasser war Notar in Laon. – Seine Abhandlung enthält auch Kapitel über Blumen, Melonen- und Weinanbau. – Am Anfang ein Widmungsschreiben an La Quintinie und dessen Antwortbrief. – Bl. 2 alt gestempelt, leicht gebräunt.

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Lot 37 Biologie – Botanik – Loddiges, Conrad
The botanical cabinet consisting of coloured delineations of plants from all countries, with a short account of each, directions for management etc. Lieferungen 1, 13-20, 61-69 und 71 in 19 (von 200) Heften. Mit 3 gestochenen Titeln (Hefte 1, 61 und 71) und 191 (190 kolorierten) Kupfertafeln von George Cooke nach C. Loddiges u.a. London, 1817-1823. 22 x 17 cm. Bedruckte Original-Kartonagen (Rücken meist defekt, 1 Deckel fehlt, teilweise etwas angerändert bzw. fleckig).
Schätzpreis 300 €
19 Hefte der Reihe im gesuchten Quartformat, mit den sehr schönen, fein kolorierten, teils großflächigen Pflanzendarstellungen. – Nissen 2228 – Stafleu/Cowan 4914 – Stiwell/Blunt 160. – 1 Block gebrochen, teilweise etwas braunfleckig, wenige Blatt in Heft 19 im Rand mit Mäusefraß.

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Lot 38 Biologie – Botanik – Schinz, Salomon
Anleitung zu der Pflanzenkenntniß und derselben nützlichsten Anwendung. Mit gestochener Titelvignette, 2 altkolorierten Kupfertafeln sowie 101 altkolorierten Holzschnitten auf 100 Tafeln. Zürich, Verlag des Waysenhauses, 1774(-1777). 129 S., 1 Bl. (Entwurf der Tafeln). 38,6 x 23,5 cm. Halbpergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel (etwas angestaubt, berieben und bestoßen, mit teils größeren Bezugsfehlstellen, Rücken mit Läsuren).
Schätzpreis 3000 €
Erste Ausgabe. – Nissen 1761, vgl. auch 1762 – Pritzel 8201. – Teils von Originalstöcken der “Historia stirpium” des L. Fuchs gedruckt und von den Waisenkindern ausgemalt. Davor die später separat herausgegebenen “Primae Lineae Botanicae ex tabulis phytographicis J. Gesneri”, die Nissen in einer separaten Edition von 1775 anführt. – Buchblock gebrochen, durchgehend leicht gebräunt und teilweise minimal fleckig.

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Lot 39 Biologie – Botanik – Tabernaemontanus, Jakob Theodor
(Eicones plantarum seu stirpium, arborum nempe, fructicum, herbarum, fructuum, lignorum, radicum… quam exoticorum.) Mit 2255 teils kolorierten Holzschnitten mit Pflanzendarstellungen. (Frankfurt am Main, Basse, 1590). 1128 S., 8 Bl. (letztes mit Druckvermerk). 19,8 x 25 cm. Etwas späterer Pergamentband mit handschriftlichem Rückentitel (knickspurig, angestaubt und teils fleckig, hinterer Deckel mit alter Beschriftung, ohne Schließbänder).
Schätzpreis 2400 €
Erste Ausgabe des textlosen Kräuterbuchs. – VD 16 T 829 – Nissen BBI 1932 – Heilmann 226 – Pritzel 9094. – 1588 war der erste Band von Tabernaemontanus’ großem Kräuterbuch erschienen. “Da der voluminöse Wälzer sehr unhandlich war, ließ der Verleger Bassaeus nach dem Muster von Fuchs und Egenolph für den täglichen Gebrauch einen textlosen Band im Quartformat mit 2255 Holzschnitten drucken. Die Holzstöcke von Tabernaemontanus wurden von John Norton, England, angekauft und 1597 zur Illustration von Gerards Herball (wieder)verwendet” (Heilmann). – Viele der Pflanzenholzschnitte in altem Kolorit, am Ende Abbildungen von Galläpfeln. – Ohne die 4 Bl. Titel und Vorstücke (Titel von älterer Hand auf Vorsatz geschrieben), 4 Bl. verbunden (S. 73-76 und 749-752). – Die ersten beiden Blatt mit Randausbesserungen (teils mit Textverlust in den Überschriften oder Kopfzeilen) und geschlossenen Einrissen in den Illustrationen, die letzten 6 Blatt Register mit Randausbesserungen bzw. 2 Blatt nur noch fragmentarisch erhalten. Durchgängig mäßig gebräunt, stellenweise etwas fleckig, verschiedentlich kleinere Randschäden.
First edition. – With 2255 partly coloured woodcuts. Later full vellum (somewhat soiled, back cover with old notes, lacking ties). – Without the 4 title-leaves and prelims., 4 leaves misbound. First 4 leaves with repairs to margins, some loss of text, last 6 leaves of index with repairs to margins, of these 2 leaves only present in fragments. Slightly browned throughout, some staining in places, some smaller damages to margins.
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Lot 40 Biologie – Zoologie – Belon, P
De aquatilibus, libri duo. Mit 185 (von 187) oft ganzseitigen Textholzschnitten. Paris, C. Estienne, 1553. 16 Bl., 444 (von 448, ohne S. 17-18 und 31-32) S. 11,5 x 17 cm. Lederband der Zeit mit goldgeprägten Deckelfileten (berieben und bestoßen, Rücken erneuert).
Schätzpreis 1500 €
Seltene erste Ausgabe. – Renouard 104, 6 – Garrison-M. 279 – Nissen, ZBI 276 und Fischbücher 13. – Äußerst seltenes, frühes Fischbuch mit teilweise ganzseitigen Abbildungen von Süß- und Meerwasserfischen, Wassertieren und Fabelwesen. – Belons “Hauptwerk zeigt die gleichen Vorzüge wie sein Vogelbuch; rein induktives Vorgehen unter steter Berücksichtigung der anatomischen Verhältnisse” (Nissen, ZBI). – Anfangs und gegen Ende wasserfleckig, fingerfleckig, Vorsatz und Titel mit Anmerkungen in Tinte von alter Hand, teilweise kleine Einrisse bzw. Randfehlstellen.
First edition. – With 185 (of 187) mostly full-page text-woodcuts. Contemp. full calf, gilt (rubbed). – Lacking p17-18 and 31-32. – First and last pages dampstained, contemp. annotations to endpapers and title, partly with small tears and small losses to margins.
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Lot 41 Biologie – Zoologie – Bosc d’Antic, L. A. G
Histoire naturelle des coquilles, contenant leur description, les moers des animaux qui les habitent et leurs usages, avec figures dessinées d`aprés nature. Édition augmentée d’une table alphaétique de toutes les espéces mentionnées dans cet ouvrage avec les synonyies de M. Lamarck. 5 Bände. Mit 44 (41 kolorierten) gestochenen Tafeln und 1 gefalteten Tabelle. Paris, Roret, 1830. 13,5 x 8,5 cm. Pappbände der Zeit mit rotem Rückenschild (etwas berieben und bestoßen).
Schätzpreis 450 €
Nissen 476 (datiert die vorliegende dritte Ausgabe 1836). – Die Tafeln jeweils mit mehreren Abbildungen nach Zeichnungen von Desève. – Etwas gebräunt, Band 1 teilweise leicht wasserrandig.

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Lot 42 Biologie – Zoologie – Buffon, George-Louis Leclerc de
Oeuvres complètes. Augementées de la Classification de M. Cuvier. Oieseaux. / Büffon’s sämmtliche Werke sammt den Ergänzungen, nach der Klassifikation von G. Cuvier. Einzige Ausgabe in der Ursprache, nebst der zur Seite stehenden Übersetzung. Vögel. Erste Abtheilung, Bände I-III in 6 Bänden. Mit 177 (von 188) kolorierten und eiweißgehöhten Stahlstich-Tafeln. Köln, Expedition von Büffon’s Naturgeschichte, 1839-1840. 21,2 x 13 cm. Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückentiteln sowie goldgeprägten Deckelvignetten (Kanten und Ecken etwas berieben und bestoßen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe mit französisch-deutschem Paralleltext. – Nissen ZBI 716. – Komplette Vogel-Abteilung (Bände VII bis IX) der 9 Bände umfassenden Gesamtausgabe mit sehr schön kolorierten Vogeldarstellungen. – 2. Band ohne Titelblatt, teilweise etwas braunfleckig, Tafeln meist nur im Rand gebräunt und partiell leicht fingerfleckig, Bindungen teilweise etwas gelockert, 3 Bände leicht wasserrandig.

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Lot 43 Biologie – Zoologie – Haeckel, Ernst
Kunstformen der Natur. Lieferung 1-3 (von 6). Mit 29 (von 30) teilweise farbigen Tafeln. Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut, 1899. 4 Bl., 30 (Tafelerklärungen). 37 x 28 cm. Lose Blätter. Von den Umschlägen sind nur die drei Original-Vorderdeckel vorhanden(diese mit Randfehlstellen und stärkeren Randläsuren).
Schätzpreis 300 €
Nissen, ZBI 1783. – Es fehlt Tafel 2 in der 1. Lieferung. – Leicht gebräunt, vereinzelt mit kleinen Randläsuren. – Dabei I.: Derselbe Kunstformen der Natur. Zweite, verkürzte Auflage. Niedere Tiere. Mit 30 teils farbigen Tafeln. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1924. 2 Bl., 11 S. 35,5 x 26,5 cm. Original-Leinwand (kleine Signatur-Nummer auf Vorderdeckel). – Gutes Exemplar. – Dabei: II. Derselbe. Sonderheft aus Ernst Haeckels Kunstformen der Natur. 30 Tafeln zusammengestellt aus den Restbeständen des Friedensdruckes. Mit 26 (statt 30) teils farbigen Tafeln. Leipzig, (1925). 26 Bl. (Tafelerklärungen). 37 x 28 cm. Vom Umschlag ist nur der Vorderdeckel vorhanden (dieser mit Randläsuren bzw. -einrissen). – Teils mit kleinen Randläsuren.

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Lot 44 Biologie – Zoologie – Heyne, Alexander
Die exotischen Käfer in Wort und Bild. Mit 40 chromolithographierten Tafeln. Esslingen und München, Schreiber, (1893-)1908. VII, 262, L S. (Register). 33 x 26 cm. Illustrierter Original-Leinenband (Kanten und Kapitale berieben, Ecken etwas bestoßen).
Schätzpreis 300 €
Einzige Ausgabe. – Nissen ZBI 1932 (gibt nur 39 Tafeln an). – Erschien in 27 Lieferungen über einen Zeitraum von 15 Jahren. – Mit einem gestempelten Besitzvermerk des Biologen und späteren langjährigen Umweltministers von Schleswig-Holstein, Berndt Heydemann (1930-2017). – Vortitel knickspurig, gestempelt und mit Klebeschild, die ersten 3 Blatt etwas fingerfleckig, leicht gebräunt).

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Lot 45 Biologie – Zoologie – Lesser, Friedrich Christian
Testaceo-Theologia, Oder: Gründlicher Beweis des Daseyns der vollkommensten Eigenschaften eines göttlichen Wesens, aus natürlicher und geistlicher Betrachtung der Schnecken und Muscheln, zur gebührenden Verherrlichung des grossen Gottes, und Beförderung des ihm schuldigen Dienstes ausgefertigt. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz und 22 gestochenen Tafeln. Frankfurt und Leipzig, 1770. 1 Bl., 1120 S., 42 Bl (Register). 18 x 10 cm. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (berieben, bestoßen, fleckig, Gelenke etwas eingerissen). [*]
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe. – Nissen 2459 – vgl. Poggendorff I, 1436. – Theologische Betrachtungen in Bezug auf Muscheln und Schalentiere. – Friedrich Christian Lesser (1692-1754) war Pastor in Nordhausen, später Hauslehrer in Berlin und Mitglied der Leopoldinischen Akademie. – Teils leicht gebräunt, Vorsatz mit handschriftlicher Widmung, Innenspiegel mit gestochenem Wappenexlibris.

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Lot 46 Biologie – Zoologie – Mercklein, Georg Abraham
Neu aussgefertigtes historisch-medicinisches Thier-Buch, in vier Theilen verabfasset …. enthaltende wider fast alle Kranckheiten und Leibes-Zufälle so wohl fremde, als eigene verschieden heilsame Secreta, und bewehrte Geneß-Mittel. Mit 214 (von 225) Illustrationen auf 94 (von 96, ca. 50 kolorierten) Tafeln. Nürnberg, J. Zieger, 1696. 12 (von 13) Bl., 732 S., 35 Bl. 17 x 9,5 cm. Pergamentband der Zeit über Holzdeckel mit altem handschriftlichen Rückentitel (fleckig, Rücken nach innen gebogen).
Schätzpreis 450 €
Erste Ausgabe der seltenen Naturgeschichte. – Waller 6477 – Nissen ZBI, 2790 (kennt 225 Illustrationen auf 96 Tafeln). – Die Tafeln teilweise ganz-, halb- oder drittelseitig. – Vorsatz und Vortitel fehlen, hinteres Innengelenk lose, vorderer Innendeckel ohne Bezug, wenige Tafeln mit Randfehlstellen, Name und Stempel auf Titel, etwas gebräunt, eselsohrig.

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Lot 47 Biologie – Zoologie – Plinius Secundus, Gaius
Bücher und Schrifften von Natur, Art und Eigenschafft aller Creaturen oder Geschöpffe Gottes. Mit 86 Textholzschnitten von Amman, Burgkmair und Virgil Solis. Franckfurt, A. Hummen, 1651. 8 Bl., 604 S., 10 Bl. 22,2 x 18 cm. Pappband der Zeit (berieben und etwas bestoßen).
Schätzpreis 750 €
Seltene letzte Ausgabe der zuerst 1565 erschienenen Übersetzung von J. Heyde. – Nissen 3190 – Graesse V, 343 – Ebert 17322. – Enthält die Bücher VII bis XI der “Historia Naturalis”, also die Zoologie mit Einschluss des Menschen. – Breitrandiges, zweiseitig unbeschnittenes Exemplar. – Verso Titel mit montierter Holzschnitt-Windrose, teilweise leicht gebräunt.

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Lot 48 Biologie – Zoologie – Reichenow, Anton
Vogelbilder aus fernen Zonen. Abbildungen und Beschreibungen der Papageien. Mit 33 getönten beikolorierten lithographischen Tafeln nach Aquarellen von G. Mütze. Kassel, Fischer, 1878-1883. 42 nn. Bl. 40 x 29 cm. Original-Leinwandband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckel-Titel (etwas berieben und fleckig, Rücken sauber restauriert). [*]
Schätzpreis 1500 €
Erste Ausgabe. – Nissen 767 – Zimmer 514 – Sitwell-B. 133. – Mit prachtvollen Papageien-Tafeln (jeweils mehrere Vögel auf Ästen vor landschaftlichem Hintergrund). “A series of colored plates illustrating the known parrots, accompanied by short descriptions of each and notes on their distribution” (Zimmer). – Vorsätze erneuert, Tafeln teilweise im Rand etwas fleckig bzw. gebräunt, 1 Tafel mit Randeinriss außerhalb der Darstellung.

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Lot 49 Biologie – Zoologie – Rondelet, G
Libri de piscibus marinis, in quibus verae piscium effigies expressae sunt. – Universae aquatilium historiae pars altera, cum veris ipsorum imaginibus. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Porträts und -Druckermarken sowie ca. 420 Textholzschnitten. Lyon, M. Bonhomme, 1554-1555. 8 Bl., 583 S., 12 Bl., 6 Bl., 242 S., 5 Bl. 35 x 21,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband der Zeit (Deckel etwas gewellt, vorderes Gelenk geklebt, das hintere teilweise, Prägung etwas aufgebrochen, Schließbänder fehlen).
Schätzpreis 4000 €
Erste Ausgabe des frühen Fischbuches. – Garrison-M. 282 – Nissen, ZBI 3473 und Fischbücher 105: “Wegen der Zahl der beschriebenen Arten – 265 gegen 92 bei Salviani und 113 bei Belon – sowie wegen seiner sorgfältigen Beschreibungstechnik darf Rondelet als der bedeutendste der drei gelten.” – Die Holzschnitte von Reverdy und Vase zeigen Fische, Krebse, Muscheln, Korallen, Seeigel, Reptilien usw. Das Werk gehört mit den fast gleichzeitigen von Belon und Salviani zu den ersten wirklich wissenschaftlichen Arbeiten zur Fischkunde. – Stempel auf und verso Titel, wenige alte Anmerkungen, etwas gebräunt. Gutes Exemplar.
First edition. – 2 parts in 1 vol. With 2 woodcut portraits and printer’s devices and ca. 420 text-woodcuts. Contemp. blindstamped vellum (covers a bit warped, hinges clued, without ties). – Stamp to title and verso, a few old annotations, some browning.
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Lot 50 Biologie – Zoologie – Schinz, Hans Rudolf
Naturgeschichte und Abbildungen des Menschen der verschiedenen Rassen und Stämme nach den neuesten Entdeckungen und vorzüglichsten Originalen. Dritte vermehrte Auflage. Hefte 1-11. Mit 2 lithographischen Titeln und 55 nummerierten Lithographie-Tafeln. Zürich, Honegger, 1845. 4 Bl., 175 S. 37,8 x 27,6 cm. Fadenheftung in Original-Interimumschlägen mit Deckeltitel (etwas angestaubt und teils knickspurig, Rücken defekt, Umschläge der Hefte 4 und 10 komplett getrennt, Umschlagrückseite von Heft 5 mit größerem Ausriss).
Schätzpreis 450 €
Nissen ZBI 3675. – Der Schweizer Mediziner und Zoologe H. R. Schinz (1777-1861) gehörte der Zürcher Naturforschenden Gesellschaft an, für die er als Sekretär, Vorstandsmitglied und Konservator der zoologischen Sammlung tätig war. Als die Sammlung 1837 in den Besitz des Kantons Zürich überging, blieb er deren Konservator. – Die Tafeln sind in Heft 1 mit Buchstaben (A-E), in Heft 2 von 1 bis 2a-d und ab Heft 3 von 3 bis 44 (+ 6b, 35b und 37b) nummeriert. – Leicht gebräunt und teils etwas stockfleckig, Tafeln in Heft 4 minimal und in Heft 8 stärker wasserrandig.

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